11:21:34
Rennen
Heutige Rennen
Deutschland
Schweden
Norwegen
Frankreich
England
Südafrika
Kanada
Australien
USA

Tolles Duell mit "Deco" und "Elie"

Tolles Duell mit
Quinte+ Vincennes, 15.01.2022 - 15.15h
 
Diese Königswette hat einige interessante Kandidaten am Start. Aber die beiden Protagonisten sind natürlich Decoloration (6) und Elie De Beaufour (9). Die Farbe aus dem Stall Baudouin ist schon im vorigen Winter mit einer großen Serie zu einem der Pferde des Meetings geworden. Jetzt hat die Stute auch zwei leichte Treffer in Folge erzielt. Und auch der Vertreter von Jean Michel Bazire hat mit dem Sieg im Finale des Grand National Du Trot im letzten Wintermeeting einen Big Point geholt. Ab dem Herbst wurde langsam aufgebaut und hat beim letzten Auftritt gute Pferde in noch stärkerer Manier bezwungen. Alles ist bereitet für ein großes Duell...
 
Prix Du Forez / 15.15h / 90.000 Euro - 2.700m Bänderstart
 
Die Saison 2021 war für FOXTROT SEA (1) bis auf einen Sieg in Toulouse eine herbe Enttäuschung. Vor allem nach der Pause fand der Hengst überhaupt nicht mehr in eine annähernd konkurrenzfähige Form. Trainer und Besitzer Cedric Megissier hat den 7jährigen nach der Pause auch gleich wieder gewohnt offensiv vorgetragen und ihm damit scheinbar ein wenig den Zahn gezogen. Am 18. Dezember trat das Duo über die eigentlich beliebtere Mitteldistanz an. Diesmal blieb er aber im Hintergrund in der Deckung und gewann als Neunter nur den Sprint der abgehängten Vierbeiner. Das könnte der Moral ein wenig geholfen haben, aber er bleibt einer der größeren Außenseiter.
 
Seit seiner Rückkehr Anfang Oktober hat FOR YOU MADRIK (2) erst zweimal aus den sieben Starts halbwegs gefallen können. Am 22. November war einer dieser beiden Tage, als er schon frühzeitig im Vorderfeld lag und dann in der schnellen Endphase einen müden Delfino ins Foto um Platz Drei zwang. Es reichte aber nicht für das Podium. Mitte Dezember flog er in Cagnes-Sur-Mer noch spät an einen Seriensieger heran, konnte diesen aber nicht mehr gefährden. Erst vor sechs Tagen sprang er schon nach wenigen Metern an, weshalb die ganz frische Referenz fehlt. Allerdings behält er heute hinten seine Schuhe an, was wahrscheinlich auch wenig mehr Halt geben soll.
 
Mit vier kleinen Geldern bei vier Starts auf der Europa-Tour blieb ET VOILA DE MUZE (3) ziemlich blass für seine Fähigkeiten. Aber bei der Rückkehr auf französischen Boden wurde der Hengst bei beiden Starts von Catchdriver Jean Michel Bazire wieder aufgeweckt. Ende November war er nach früher Führung im Vorderfeld versteckt worden und "wurschtelte" sich im Einlauf bis auf den vierten Platz und setzte dabei die Dritte Decoloration noch unter Druck. Beim nächsten Versuch hängte er sich in einem kleineren Feld wieder an Decoloration ran, war dann als Zweiter diesmal weiter entfernt von der erneuten Gegnerin. JMB ist heute in seinem Stall an der Fahrleine verpflichtet und mit dem Ersatzmann Franck Ouvrie geht Qualität verloren. Aber für die Kombinationen sollte es immer reichen.
 
Im letzten Halben Jahr hat sich BLEU CIEL (4) auf Korsika aufgehalten, aber selbst bei dem unterklassigen Inselsport keine vorderen Platzierungen holen können. Kurz vor der Rente kommt er noch einmal nach Vincennes, was in der Wertigkeit irgendwo zwischen Abschiedstour und Betriebsausflug liegen dürfte, auch wenn Jean Mourice wieder der Verantwortliche ist.
 
Nachdem DELFINO (5) den letzten Winter auslassen musste, kehrte er im Sommer mit aller Macht zurück. In nur acht Starts, inklusive dem Prepare, verdiente er über 120.000 Euro und zeigte endlich einmal seine ganze Klasse. Die Startfrequenz ist aber immer noch nicht so dicht, was auf gelegentliche, gesundheitliche Einschränkungen folgern lässt. Am 25. Dezember landete der Hengst auf der Überseite in der Todesspur und versuchte in Richtung Schlussbogen den Druck auf die führende Decoloration zu erhöhen. Dabei wurde er aber sehr deutlich gekontert und letztlich auf den vierten Platz verwiesen. Um seine volle Stärke auszuspielen, sollte er selbst mal wieder an der Spitze landen. Dafür muss er aber auch mal dringend besser aus dem Band kommen.
 
Nach ihrem grandiosen Winter 20/21 war DECOLORATION (6) im Sommer nicht mehr annähernd so erfolgreich unterwegs. Eine Pause bis zum Winter baute die Stute aber wieder deutlich auf. Nach einem Ausfall zu Beginn ihres Meetings, saß die Prince D'Espace-Tochter Ende November als Dritte viel zu lange fest. Die gesparten Reserven konnte sie aber bei zwei eindrucksvollen Siegen im Dezember einsetzen, wobei sie jeweils unter der 13er-Marke blieb. Damit ist sie auch für Elie De Beaufour ein harter Prüfstein.
 
Erst am letzten Sonntag war FRIC DU CHENE (7) in der Quinte unterwegs. Dabei trat er über seine bevorzugte Distanz, den 2.100 Metern, an. Von Startplatz Zwei war diesmal alles für ein gutes Abschneiden serviert, aber aus dem Feld fand der 7jährige in der Entscheidung einfach keine freie Fahrt. Der Hengst ist nach optimalem Verlauf zu einem großen Speed fähig, aber "optimal" heißt in seinem Fall nun auch sehr lange verdeckt aufzutreten und dennoch an der letzten Ecke in einer aussichtsreichen Position sein. Das kommt einfach zu selten vor, aber in den Kombinationen darf er nicht fehlen.
 
So schlecht war das Abschneiden von CICERO NOA (8) am 09. Januar gar nicht. Der Fuchs wurde aus der ersten Reihe hinter dem Auto unterwegs weit nach hinten gereicht und konnte sich erst im Einlauf ein wenig verbessern. Letztlich agierte er dabei aber schon am Limit und war als Achter zwei Längen von den Prämien entfernt. Mit zehn Jahren hat er nur noch einen begrenzten Spielraum und ist nur Freunden von Außenseitern zu empfehlen.
 
Am 19. Dezember hat ELIE DE BEAUFOUR (9) die meisten seiner Gegner auf dem langen Weg an dieser Stelle zerlegt. Erst auf der Überseite übernahm der Wallach das Kommando vom späteren Bourgogne-Sieger Cokstile und wehrte auch die letzte Attacke eines anderen Konkurrenten mit Leichtigkeit ab. So langsam ist er auf dem Weg in die großen Fußstapfen von Aubrion Du Gers und Cleangame zu treten. Auf dem Weg dahin  muss er diese Gegner dann aber noch mehr als einmal beherrschen.
 
Auch wenn FEERIE WOOD (10) noch sehr regelmäßig in die Gelder läuft, fehlt der Stute die Stärke aus dem letzten Winter. Beleg dafür war auch der Auftritt am 19. Dezember. Die 7jährige lag immer im Vorderfeld in der zweiten Spur und wurde auf der letzten Halben auch nicht aus der Deckung genommen, als die dritte Spur aufrückte. Das spricht nicht für das Vertrauen von Besitzer Alexandre Abrivard. Im Einlauf konnte er innen noch für das siebte Geld angreifen, war aber schon deutlich vom siegreichen Elie De Beaufour entfernt. Zuvor war sie auf der Mitteldistanz sehr viel offensiver unterwegs. Den Aufwand an der Spitze bezahlte sie aber mit einem Einbruch im Einlauf bis hin zu Rang Sechs. Für die erweiterten Wetten wird es aber immer reichen.
 
Ende September siegte FIRE CRACKER (11) noch eindrucksvoll auf einer der Etappen zum Grand National Du Trot. Dann gab es eine kleine Auszeit, die wohl auch mit der Sperre des Trainers Gregory Thorel zusammenhing. Mitte November war er als Fünfter in einer stark besetzten Quinte gut unterwegs, aber deutlich früher am Limit und auch deutlich hinter dem Dritten Elie De Beaufour. Auch in Le Mans steckte er einen aufwendigen Verlauf nicht wie gewohnt gut weg und wurde im Einlauf bis auf Platz Acht durchgereicht. Das er In Bordeaux schon früh in dritter Spur hängengeblieben ist, war der vorläufige, negative Höhepunkt. Eric Raffin hat sich dennoch für den 7jährigen entschieden. Womöglich wird er heute wieder deutlich früher an der Tete aufkreuzen und könnte aus dieser Lage die Quinte rund um Platz Vier komplettieren.
 
DUEL DU GERS (12) trat schon länger nicht mehr in Vincennes an. Hier hat der Wallach auch nicht mehr den Vorteil, den er in der Provinz genießt. Aber auch dort muss er regelmäßig aus der Deckung agieren, wie er es in Bordeaux tat. Schon auf der Schlussrunde hängte er sich an den Rücken von Fire Cracker und konnte dort lange verharren. Sein Speed kam dann im Einlauf erst verzögert zum Tragen, aber es reichte in einem engen Finish noch für Rang Vier. Zuvor hat er sich Salon-De-Provence gegen Cash Du Rib mächtig strecken müssen, konnte dann aber doch den wertvollen Scheck verbuchen. Hier gehört er eher auf die kleinen Ränge der Köngswette oder gar in die Kombinationen.
 
Nachdem es auf der Tour Trotteur Francais zu Beginn zu einem zweiten Platz reichte, konnte BLUES D'OURVILLE (13) in der Folge nicht mehr überzeugen. Zurück in Frankreich war er selbst als Dritter in einem Nachwuchsfahren die Überraschung des Tages. Sein guter Antritt hilft ihm auch nicht mehr weiter. Zuletzt war er auf diesem Niveau nach einem verdeckten Rennen als Neunter schon weit hinter dem siegreichen Elie De Beaufour.
 
CASH DU RIB (14) hat zwei große Schwächen. Er tritt einfach zu schwach ein und liegt damit regelmäßig zu weit aus dem Rennen. Und er hat einen Stammfahrer der dies nicht verhindern kann. Im großen Winterpreis in Bordeaux hatte Jean Claude Dersoir die Möglichkeit sich an Fire Cracker anzuhängen. Diese Option wurde aber verpasst und danach musste das Gespann bis in den Einlauf warten. Als schnellstes Pferd im Einlauf wurde der 10jährige wieder seinem Speed gerecht, aber mehr als der siebte Platz, anderthalb Längen hinter dem Dritten, war nicht mehr zu holen. Natürlich hat er es in Vincennes in der Regel einen Tick zu schwer. Aber wenn der Rennverlauf auf seiner Seite ist, geht es weit nach vorne.
 
Anfang September konnte ELVIS DU VALLON (15) noch das Finale der Trophee Vert in seinem unnachahmlichen Speed für sich entscheiden. Seit der Rückkehr auf Sand fehlt ihm aber ein wenig der Drive. Weder als Fünfter bei der Tour Trotteur Francais in Gelsenkirchen, noch bei den folgenden Auftritten konnte er überzeugen. Allerdings kann man die letzten beiden Ergebnisse auch zum Teil entschuldigen. Im Finale des Grand National Du Trot fand er es einfach zu schwer vor und zuletzt in Bordeaux sollte er sich mit rundum leichten Beschlag wohl aus dem Geschehen weitgehend heraushalten. Das sollte das Zielrennen sein und mindestens eine Chance hat der Hengst noch verdient.
 
Auch im hohen Alter war BRILLANT MADRIK (16) noch in der Lage, sich aus einem Formtief herauszulaufen. Zwar endete der Wallach bei den letzten sechs Starts zweimal am Turm und hatte zuvor und danach nur Gelder in der Provinz geholt, aber den Paukenschlag gab es am 09. Dezember. Über die Mitteldistanz musste die Abrivard-Farbe zu Beginn ein wenig für eine gute Lage investieren. Dann konnte er sich aber direkt hinter dem ersten Pferd in der zweiten Spur schonen und kam an der letzten Ecke passend frei. Das er den Speed in 11,2 dann bis ins Ziel durchziehen konnte, überraschte schon. Und auch im "Cornulier der Lehrlinge" nahm er ein kleines Geld mit. Auch als Gewinnreichster trifft er heute auf viel Klasse und gehört eher in die Kombinationen.
 
Tipp:
DECOLORATION (6)
ELIE DE BEAUFOUR (9)
DELFINO (5)
FRIC DU CHENE (7)
FIRE CRACKER (11)
 
Für die Kombinationen: ET VOILA DE MUZE (3) - FEERIE WOOD (10) - DUEL DU GERS (12)