Rainbow funkelt wie ein Diamant

Rainbow funkelt wie ein Diamant
Nachschau Berlin-Mariendorf, 17.11.2019
 
Heinz Wewering führt den Hengst zu einem fantastischen Sieg. Iron Creek (Thorsten Tietz), Copernikus (Dennis Spangenberg) und Dominik (Anne Lehmann) sind drückend überlegen. 
 
Die Veranstaltung auf der Derby-Bahn war unvergessenen Persönlichkeiten gewidmet. Und obwohl sich die Dotationen der neun Prüfungen eher im normalen Bereich bewegten, waren einige der gezeigten sportlichen Leistungen wirklich vorzüglich. Das Prädikat „außergewöhnlich“ hatte sich an diesem Tag vor allem der von Heinz Wewering gesteuerte  Rainbow Diamant verdient, denn der Vierbeiner-Crack des Besitzers Dr. Manuach Messengießer legte im Heinz und Ludwig Tell - Rennen einen bärenstarken Auftritt hin und fegte in 13,5/1.900m – der schnellsten Zeit des gesamten Nachmittages – über die Piste. Der Hengst hatte sofort die Führung übernommen, gab dann aber vor den Tribünen das Kommando an den mächtig Druck ausübenden Prince of Persia (Thomas Panschow) ab. Auf der Gegenseite wechselte Rainbow Diamant jedoch wieder nach außen und war sofort zur Stelle, als Prince of Persia nicht mehr zwingend wirkte. Auch den speedigen Mighty Hanover (Thorsten Tietz), der vor Mister Ed Heldia (Michael Nimczyk) das zweite Geld ergatterte, hielt Rainbow Diamant mit anderthalb Längen Vorsprung ganz locker in Schach.
     
Das Gertrud und Walter Lehmann - Rennen schien bereits im Vorfeld auf ein Duell zweier sehr guter Pferde hinauszulaufen. Und in der Tat belegten der von Dennis Spangenberg präsentierte Copernikus und der von Thomas Panschow pilotierte Virginias Prime am Ende die Plätze eins und zwei. Doch allzu viel Spannung trat nicht auf, denn der in der exzellenten Zeit von 14,8/1.900m auftrumpfende Copernikus nutzte von der Fünf aus den Startvorteil gegenüber dem mit der Neun denkbar schlecht bedienten Virginias Prime gnadenlos aus und gewann mit acht Längen Vorsprung. Dennis Spangenberg: „Zum einen macht es wenig Sinn, Copernikus zu bremsen, wenn er erst mal richtig auf Touren ist – und zum anderen hatte ich sowieso beschlossen, ganz offensiv die Flucht nach vorne anzutreten. Denn es war klar, dass Virginias Prime der einzige ernstzunehmende Gegner ist ich wollte ihm erst gar nicht die Chance zum Angriff gewähren.“  
      
Doch der Acht-Längen-Sieg von Copernikus war noch nicht einmal das Optimum.  Denn Iron Ceek, der mit seinem Trainer Thorsten Tietz das Andreas Hahn - Rennen gewann, trumpfte sogar mit Weile-Vorsprung auf. Der Vierjährige war mindestens eine ganze Klasse besser als seine sieben Gegner und übernahm ausgangs der Startgeraden das Kommando. Auf der Schlusshalben wurden seine Schritte in 15,5/1.900m immer länger. „Ich glaube, er ist vom Leistungsvermögen nun endgültig dort, wo ich ihn immer haben wollte“, sagte Tietz bei der Ehrung begeistert und will seinen Schützling zunächst einmal bei den im Dezember auf der Derby-Bahn stattfindenden PMU-Prüfungen einsetzen.
 
Einen faustdicken Paukenschlag gab es in dem Stephan Gebhardt gewidmeten Trotteur-Francais-Rennen, denn die 1,1-Topfavortin Fanny Hill (Michael Nimczyk) erwischte nicht den besten Tag und kam nicht glatt über den Kurs. Stattdessen gingen Anne Lehmann und Dominik auf die Ehrenrunde. Die Sportlerin hatte ihre Neuerwerbung auf der Gegenseite entschlossen in die Schlacht geworfen und Dominik streckte sich sofort willig. Bereits im Schlussbogen stand der Triumph fest. Der Rest war geradezu eine Gala auf dem roten Teppich, denn Dominik raste im Einlauf einfach auf und davon und gewann mit sieben Längen Vorsprung.   


Der Sieg im Peter Reckzeh - Rennen ging an Thomas Panschow und eine glänzend aufgelegte Stand up. Die Love-You-Tochter schoss sofort an die Spitze und diktierte ihren Gegnern das Geschehen. In starken 15,4/1.900m kam die Stute trotz nicht idealer äußerer Bedingungen sogar dicht an ihre Rekordmarke heran. Und nicht nur die 1,3-Favoritin, sondern auch das Mariendorfer Bahnpflegepersonal bekamen von Thomas Panschow prompt ein dickes Lob verpasst: „Stand up hat ihre Sache toll gemacht. Es war ein ganz leichter Erfolg auf einer von den BTV-Mitarbeitern wirklich optimal präparierten Piste!“
 
Bei der Veranstaltung wurden zwei Wertungsläufe des Stamer-Cups ausgetragen. Nach dem Hans-Walter von Kolpinski - Rennen begrüßten die Zuschauer im Winner-Circle den Deutschen Amateur-Meister Simon Siebert, der im Sulky von G.G.‘s Victoria genau das Goldrichtige getan hatte. Denn als die Vierjährige in der Todesspur hängenzubleiben drohte, gab der Sportler entschlossen Gas und steuerte die Braune an die Spitze, die sie in 15,8/1.900m fortan nicht mehr abgab. 
 
Auch im als trotto.de V5 – Rennen ausgetragenen zweiten Lauf sah es lange nach einem Erfolg für Simon Siebert aus, der die Zielgerade mit seinem Paradepferd Major Ass mit scheinbar ausreichendem Vorsprung erreicht hatte. Doch das Gespann wurde wenige Zentimeter vor dem Pfosten von Linda Matzky und Red Attack kalt erwischt, die auf der Schlusshalben – von ganz hinten kommend – das gesamte Feld aufgerollt hatten.  
 
Einige Aufregung gab es im Julius und Lothar Klodt - Rennen, denn die von Stanislaw Rzadkosz gesteuerte Stute Furnika hatte die die Ziellinie zwar als Erste passiert. Doch der Vierbeiner-Lady waren auf den letzten Metern einige falsche Schritte unterlaufen, sodass sie aus der Wertung genommen wurde und stattdessen der von Matthieu Hegewald gesteuerte Flying Marceaux als Sieger hochgezogen wurde. 
 
Ebenfalls recht turbulent ging es im Horst-Dietrich und Peter Scheack - Rennen zu, denn die in Front abrupt anspringende Galaxy Turgot (Robert Kieniksman) wirbelte das Feld durcheinander und brachte einen der Konkurrenten schwer von den Beinen. Jaap van Rijn hielt Chimichurri aber aus allem perfekt heraus. Der Wallach wurde auf der Schlusshalben mit jedem Schritt stärker und legte gleich beim ersten Start seiner Laufbahn die Maidenschaft ab. 
   
Gesamtumsatz: 115.689,32 Euro – Bahnumsatz: 36.475,80 Euro – Außenumsatz:   79.213,52 Euro. 
 
Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 4. Dezember statt. Beginn ist um 17.00 Uhr. Im sportlichen Mittelpunkt stehen das Equine Auktionsrennen für Zweijährige um 10.000 Euro Preisgeld sowie mehrere lukrativ dotierte PMU-Prüfungen. Starterangabe ist am Donnerstag, dem 28. November. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@berlintrab.de.