"Defi" mit JMB - Mehr Sicherheit und noch mehr Klasse?

Quinte+ Vincennes, 09.11.2019 15.15h
 
Ein großer Renntag verdient auch eine große Quinte-Prüfung. Und die hat Vincennes im Prix D´Argentan ohne Zweifel zusammen bekommen. Erst am 30. Oktober traf sich bereits ein Quartett der heutigen Aspiranten zu einem heißen Tanz. Dabei brachte es der Sieger Black Jack From (8) mit viel Speed und in diesem Jahr ungewohnter Sicherheit auf den letzten Metern zum Triumph. Unter anderem wurde Carlo De Carsi (6) überlaufen, der seinerseits ein viel zu großes Pensum abspulen musste (siehe Referenzrennen I). Ein Pferd mit weniger Gewinnsumme hat aber die wohl größere Klasse. Die Rede ist von Defi De Retz (2). Alexandre Abrivard konnte schon schöne Siege mit ihm feiern, war aber zuletzt mehr als unglücklich mit dem Hengst unterwegs (siehe Referenzrennen II). Das kann sich JMB nicht länger ansehen. Er übernimmt die Leinen und bringt schon jetzt ein gutes Bauchgefühl mit.

Prix D´Argentan / 15.15h / 75.000 Euro - 2.700m Bänderstart

 
DOUM JENILOU (1) hat seine Klasse für die Piste in Vincennes schon längst bewiesen. Das es zuletzt im kleinen Feld am 30. Oktober nur zum fünften Rang gereicht hat, war dem Rennverlauf geschuldet. Der junge wie talentierte Sylvain Dieudonne ließ sein Paradepferd gut eintreten und hatte eine vordere Lage erreicht. Aber bis in den Schlussbogen wurden die beiden nach hinten durchgereicht, ohne dass sie sich hätten wehren können. Die verbummelte Partie nahm auf den finalen Metern unheimlich Fahrt auf und verhinderte eine bessere Platzierung. Seine Zuverlässigkeit in dieser Gewinnklasse ist nicht selbstverständlich. Man muss wieder mit ihm rechnen.

DEFI DE RETZ (2) hat in diesem Jahr schon unheimlich starke Vorstellungen abgeliefert. Auch am 30. Oktober ist eine weitere hinzugekommen, wenn man die letzten 200 Meter ausklammert. Der in diesem Jahr so vielfach unglücklich agierende Alexandre Abrivard konnte mit dem First De Retz-Sohn Mitte des gleichen Monats noch einen starken Sieg im Rahmen des Grand National Du Trot feiern. Im Einlauf des letzten Starts wollte er es wohl noch besser machen, als er mit der deutlichen Führung anfing an der Leine "rumzufummeln". Was er ziehen wollte war auch nach vielfachem Videostudium nicht auszumachen. In jedem Fall geriet der Hengst aus dem Takt und sprang sich Sekunden später aus der Partie. Das Pensum was er bis zum Übernehmen der Spitze abgeliefert hat, entschuldigt den Faux-Pas natürlich ein wenig. Kaum einer zweifelt daran, dass Jean Michel Bazire die Ehre wieder herstellen kann, was aber nicht zwangsläufig zum Sieg führen muss.


BACCHUS D´ELA (3) hat im letzten Jahr in wenigen Monaten sechs Siege feiern können und bekam ohne absteigende Form eine Pause verordnet. Erst später war zu hören, dass gesundheitliche Probleme die Auszeit erzwungen haben. Seit der Rückkehr ist der Wallach leider nicht mehr wieder zu erkennen. Beim ersten ernsthaften Versuch im Mai in La Capelle war sich Franck Ouvrie der Stärke seiner Farbe wohl wieder sicher und nahm eine aufwendige Partie in Kauf. Das Manöver ging schief und der 8jährige landete am Turm. Lediglich ein Ansatz aus Straßbourg reicht wohl nicht zur Auferstehung auf der anspruchsvollen Piste von Vincennes aus.


Der 8jährige BRASIL DE BAILLY (4) erfindet sich immer wieder neu. Wer ihn im Sommer nach ein paar dünneren Vorstellungen schon abgeschrieben hat, wurde nach vorderen Plätzen in der Provinz wieder abgestraft. Die Moral hat der Trainer mit gut ausgesuchten Aufgaben in jedem Fall wieder hergestellt. Das er nach wie vor ein verstecktes Rennen braucht um seinen Speed einzusetzen, hat sich aber nicht geändert. Matthieu Mottier war am 30. Oktober dazu in der Lage und versteckte den Baccarat Du Pont-Sohn an der Innenkante in vorderer Linie. Im Schlussbogen musste sein Partner das erste Mal aufgemuntert werden, aber als sich die Lücke ergab, war er sofort da um den Kampf für das fünfte Geld aufzunehmen. In Anbetracht der sehr schnellen finalen Meter war das eine Leistung die Respekt verlangt. Er ist kein Siegertyp und wird wohl auch nicht heute vor einem glattgehenden Black Jack From oder Carlo De Carsi landen. Aber spätestens in den Kombinationen bekommt er ein Kreuz.


Philippe Lambert und BARAKA DE BELLOU (5) teilen das gleiche Schicksal. Beide sind in diesem Jahr noch sieglos. Das wir sich heute sicher nicht ändern, aber die Stute ist nicht so schlecht wie ihre Papierform. Schon am 11. Oktober war sie nahe an den vor ihr Platzierten dran und verpasste den Sprung in die Königswette nur um zwei Längen. Dafür, dass sie sich als erste aus der Deckung wagte, war der lange Speed nicht durchdringlich, aber ansprechend. Knapp drei Wochen später traf sie auf eine Vielzahl der gleichen Gegner und musste wieder versteckt werden. Obwohl sie auf dem Weg zum Schlussbogen kurzzeitig den Anschluss verlor, kämpfte sich die Prodigious-Tochter auf kurzen Wegen erneut zum kleinsten Geld. Wiederum zwei Längen hinter der Quinte war es in dem Fall Brasil De Bailly der es besser konnte.


CARLO DE CARSI (6) hat in diesem Jahr zweimal den Trainer gewechselt. Jetzt scheint er aber an der richtigen Adresse angekommen zu sein. Unter der Obhut von Philippe Billard bekam er Mitte September ein Aufbaurennen was nicht nach einem bekannten Schema ablief. Franck Nivard schickte den am Toto unterstützen Wallach von weit hinten in die Schlacht. Im Schlussbogen geriet der lange Speed aber ins Stocken und Nivard nahm den 7jährigen abrupt nach außen. Ohne Geld wartete man für die nächste passende Prüfung sechs Wochen. In der Zeit hat das Team um Philippe Billard den Wallach aber wohl bestens in Schwung gehalten. Er startete am 30. Oktober sehr viel besser und hatte eine vermeintliche Traumlage. Der aufrückende Zug machte es aber nötig sich zu früh aus der Deckung zu wagen. Den gesamten letzten Bogen musste das Duo in der Folge durch die dritte Spur und konnte sich nur durch einen Geniestreich von Nivard an der letzten Ecke kurz im Windschatten ziehen lassen. Das half um nach dem aufwendigen Verlauf den dritten Platz zu verteidigen. Er gehört sicher zu den Sieganwärtern, auch wenn er wieder auf Black Jack From trifft, der ihn grußlos überlaufen hat.


DIABLO DU NOYER (7) galt zu Beginn seiner Karriere als einer der Besten im Jahrgang 2013. Die schnell abnehmende Form nahm aber im Februar 2018 ein jähes Ende. Anderthalb Jahre verschwand der Hengst von der Bildfläche und kehrte nach erfolgreichem Probelauf wieder in die Öffentlichkeit zurück. Er war aber über Gras fehlerhaft und konnte auch beim folgenden Start kein Geld mitnehmen. Kondition tankte er aber dennoch, wie Rang Fünf und Platz Vier in Meslay-Du-Maine und Toulouse zeigten. In Toulouse schob er sich zu Beginn des Einlaufs sogar kurzzeitig auf den Ehrenplatz, aber die Luft reichte nicht für die ganze Gerade. Auf den finalen Metern verlor er wieder zwei Plätze. Unwahrscheinlich das es ausgerechnet in der Trainerhand zu einer deutlichen Steigerung reicht.


Noch immer hat BLACK JACK FROM (8) eine negative Jahresbilanz. Neun von fünfzehn Starts endeten am Turm, aber der Trend zeigt in eine deutlich positive Richtung. Guillaume Gillot hat seinen Star zwischenzeitlich zu Jean Michel Bazire überstellt, aber auch der Meister hatte keine echte Antwort auf die vielen Unsicherheiten. Zurück in der Heimat machte er eine vierfache Serie an Disqualifikationen voll, auch wenn er immer wieder unheimliches Laufvermögen andeutete. Das er es auch besser kann zeigte er dann Ende August. Von der Spitze konnte er sogar den großen Druck im Schlussbogen kontern und löste sich wieder leicht. Einem weiteren Ausfall in Lyon folgte ein toller zweiter Rang auf einer Etappe des Grand National Du Trot. Aber die wohl beste Vorstellung der Karriere hat er sich für den 30. Oktober aufgehoben. Mit viel Ruhe, Übersicht und Glück beim Rennverlauf brachte Gillot den 8jährigen in Position und konnte im Finish sogar ein wenig unterstützend agieren. Dabei war er so ziemlich der Einzige mit richtig Zug im Einlauf. Erneut glattgehend ist er nicht aus der Wette zu denken.


BE BOP HAUFOR (9) war einer der vielen "Ausfälle" im letzten Wintermeeting aus dem Stall Bigeon. Auch im Sommer hat er kaum zur Normalform gefunden und bekam bis Oktober noch eine Auszeit verordnet. In einer viel zu anspruchsvollen Aufgabe sollte er sich dann in Meslay-Du-Maine wieder an das Renngeschehen gewöhnen, was trotz der guten Konkurrenz mehr als ordentlich aussah. Dementsprechend gab es schon beim ersten ernsten Versuch Anhänger für den Wallach. Und auch als Sechster machte er seine Sache gut. Mit einer Zulage ausgestattet machte er von weit hinten aufwendig Boden gut, zog aber bis ins Ziel voll durch. Die Grundmarke und das eine Rennen mehr im Bauch sprechen eindeutig für ihn.


Schon Anfang September kündigte sich BARON DU BOURG (10) in Alencon an. Nach einem großen Startfehler hatte der Wallach eigentlich nichts mehr mit dem Ausgang zu tun. Mit mehr als nur ein wenig Kampfgeist schaffte er es aber zum Ehrenplatz. Dennoch kam der Sieg im Grand National Du Trot ein wenig überraschend und war durch Ausfälle der Gegnerschaft begünstigt. Der Prix Charley Mills war dann zwei Kategorien tiefer angesetzt, aber nicht weniger gut besetzt. Rang Sechs war formgemäß und bildet den Grundstock für die letzte Etappe am 20. November in Mauquenchy. Bis dahin sollte man ihn nicht auf dem Wettschein finden.


CHRISTO (11) hat nach dem Doppelschlag in Sommer in Cagnes-Sur-Mer pausiert und den Besitzer gewechselt. Trainer, Fahrer und Ex-Besitzer deutet Fortschritte in der Arbeit an, fügt aber hinzu, dass er noch nicht weit genug ist.


Auch CLASS DE LORIOL (12) hat seit Anfang August nicht mehr die Rennbahn betreten. Aber im Gegensatz zu Christo bringt Trainer Dominique Lefaucheux seine Stute in bester Aufmachung, also ohne Hintereisen an den Start. Noch dazu äußerte er sich positiv zu den Aussichten. Nicht ganz ohne Grund. Nach den zahlreichen Pausen war die Ready Cash-Tochter immer schnell bereit wieder gute Leistung zu bringen. Irgendwo muss das Streichen aber beginnen. Insofern kann man das kleinere Risiko ohne die 7jährige in der Königswette eingehen.


CREPE DE SATIN (13) wurde in dieser Saison ab September schon die zweite kleine Pause vergönnt. Der letzte Start war als Achte knapp hinter den Geldern in einer 13er-Zeit sicher nicht verkehrt. Aber im Endeffekt hielt sie selber "gar nichts" mehr. Die Auszeit macht es schwer sie einzuplanen. Noch dazu will der Trainer Bruno Marie aus nächster Nähe die Fortschritte ausmachen.


Jean Paul Gauvin hat einen Teil seines Lots in starker Form. Dazu gehört auch BEACH JULRY (14). Die Stute hat ihren guten Resultate aber in den letzten Monaten im Südosten und nicht in der Zentrale verdient. Wenn sie in Vincennes zu Gast war, waren die Ergebnisse eher enttäuschender Natur. Am 31. Oktober bewies sie viel Kampfgeist. Trotz der frühen Ermahnungen rückte sie immer weiter auf und war am Ende auf dem kleinsten Podestplatz.


BARONNE DE BAPRE (15) ist vor allem für ihren unglaublichen Speed bekannt. Der entwickelte sich am 16. Oktober in Feurs nicht wirklich, aber da sie einen neuen Rekord von 13,1 holte, kann man darüber auch hinwegsehen. Zusätzlich ist sie nach der langen Pause auch noch nicht auf Hundert. Der Start sollte der Prodigious-Tochter aber wieder ein wenig geholfen haben. Eric Raffin ist zur Zeit der perfekte Mann um die Chancen der Stute noch einmal mit einem verdeckten Rennen zu steigern. Wenn der Endspurt das Duo in die Wetten trägt, ist man über die Kombinationen bestens abgesichert.


Die ehemalige Monte-Championesse DAELIA DE VANDEL (16) hat in diesem Jahr endgültig die Umschulung in die Trabfahren geschafft. Im August hat sie etwas glücklich einen Gruppe III-Sieg errungen, nachdem die deutlich stärkeren beiden Erstplatzierten nach Überprüfung aus der Wertung geflogen sind. Für die Klasse hat sie selber eine sehr mäßige Zeit erzielt und schien dabei am Limit. In Graignes kämpfte sie sich hinter einem klassischen Sieger zum zweiten Platz. Bei der Gelegenheit hat sie wieder nicht diese Klasse getroffen. Eher zum riskanten Spekulieren.


Tipp:

 
DEFI DE RETZ (2)
CARLO DE CARSI (6)
BLACK JACK FROM (8)
BE BOP HAUFOR (9)
DOUM JENILOU (1)

Für die Kombinationen: BRASIL DE BAILLY (4) - BARONNE DE BAPRE (15)