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Grand Prix-Auftakt mit Deutscher Amateurmeisterschaft

Grand Prix-Auftakt mit Deutscher Amateurmeisterschaft
Vorschau Hamburg-Bahrenfeld, 12.10.2019
 
Der Eröffnungstag des großen Grand-Prix-Meetings bietet am Sonnabend in Bahrenfeld Außergewöhnliches: In den sieben Prüfungen, die ab 14.30 Uhr stattfinden, dreht sich alles um die Amateure, eine gerade heutzutage existenziell bedeutende Gruppierung im Trabrennsport.
 
Rekordverdächtige sechs Mal dürfen sie in den Sulky steigen, in der siebten Prüfung sind die Trabreiterinnen aktiv. Mittel- und Höhepunkt der Karte, für viele Aktive sogar des gesamten Rennjahres, ist die in Vor- und Finalläufen entschiedene Deutsche Amateurmeisterschaft. Insgesamt stehen in zwei voll besetzten Vorläufen, dem alleine mit 14.000 Euro dotierten und wieder als Hans-Johann-Stamp-Memorial gelaufenen Finale sowie dem Finale B 27.000 Euro an Rennpreisen zur Verfügung. Am Abend treffen sich Sieger und Besiegte sowie alle Freunde des Trabrennsports zur großen Party mit der Ehrung der Erstplatzierten und jeder Menge Geselligkeit und guter Laune.
 
Zwei Dutzend Kandidaten
 
Beide Vorläufe zur Deutschen Amateurmeisterschaft sind mit je zwölf Kandidaten aus allen Landesteilen voll besetzt. Der Titelverteidiger ist nur „halb“ dabei, denn Vorjahressieger Pepper K.L. startet zwar, nicht aber sein damaliger Fahrer Jörg Hafer. Einen neuen DAM-Titelträger wird es somit auf jeden Fall geben, und der könnte Peter Platzer heißen. Mit Very Special One hat der engagierte Münchner Besitzer und Amateurfahrer ein ganz heißes Eisen im Feuer, denn seine beiden einzigen Saisonniederlagen kassierte der Hengst anlässlich der Derbymeisterschaft der Amateure in Berlin nach Meinung von Experten nur deshalb, weil die Rennverläufe für ihn völlig verkorkst waren. Somit hat der 2. Vorlauf, dessen Teilnehmer im Bänderstart-Finale später 20 Meter Vorgabe leisten müssen, seinen klaren Favoriten. Auch der muss aber erst einmal gewinnen, und Chancen auf die Endlauf-Teilnahme können sich ohnehin die meisten der übrigen elf Teilnehmer ausrechnen. Pepper K.L. (Franz Klein) muss im Gegensatz zum vergangenen Jahr allerdings die zweite Startreihe in Kauf nehmen, was die von Major Ass (Simon Siebert) angeführte Konkurrenz Morgenluft schnuppern lässt.
 
Im 1. Vorlauf steht der ebenso wie Very Special One in der Normandie von Mike Lenders gezüchtete und in Bayern von Josef Franzl trainierte Zidane (Hans-Jürgen von Holdt) läuferisch etwas heraus, doch muss der Wallach erst einmal fehlerfrei bleiben, was bei drei der letzten sieben Auftritte nicht der Fall war. In puncto Zuverlässigkeit haben somit die Nordlichter Vampire Hunter (Eyk Hilgen)mit fünf Top3-Leistungen in Serie und Milkos (Günther Lühring) mit derer vier, aber sogar drei Siegen bei den jüngsten fünf Auftritten, mehr zu bieten. Ähnlich gut empfohlen sind aus dem Westen Red Lover (Cathrin Nimczyk), aus Berlin G.G.‘s Victoria (Simon Siebert) und aus Bayern Uno per te Diamant (Andreas Schwarz).
 
Elf Kombinierer
 
In zwei Läufen wird der Kombi-Cup entschieden, wobei die elf Teilnehmer zunächst unter dem Sattel antreten, bevor später die Amateure hinter ihnen im Sulky Platz nehmen. Der Monté-Lauf könnte im Duell zweier Top-Reiterinnen münden, denn Championesse Ronja Walter hat in Ramazotti Diamant einen zuverlässigen, kampfstarken und in seltenen Auftritten in Trabreiten auch schon bewährten Wallach unter sich. Die Niederländerin Sytske de Vries sitzt dagegen auf einem absoluten Spezialisten in diesem Metier, denn El Raul war vor dem Sulky eigentlich erfasst, bevor er in der neuen Disziplin neue Motivation fand und dort schon mehr als ein halbes Dutzend. Rennen gewann. Die Sprintstrecke von 1.680 Metern wird dem flotten Beginner zusätzlich gefallen. Als chancenreiche Bewerber gelten auch Merlin (Nicole Hildebrandt), Los Vascos (Lesley Renner) oder Ete d’Ourville (Sina Baruffolo), deren Aussichten aber im zweiten Lauf noch besser sein könnten.
 
Großverdiener
 
Auch Pferde der höchsten Gewinnklasse werden von den Hobbyfahrern aufgeboten. Die Bandbreite der Gewinnsummen der elf Teilnehmer am 4. Rennen reicht von 40.000 bis 260.000 Euro, aufaddiert wird die Millionengrenze von ihnen locker überschritten. Die Gruppe der Chancenreichen ist groß und reicht erneut von Bayern (Samir/Peter Platzer) über Berlin (Iron Steel/Daniela Fellner) und den Norden (Irrwisch/Nicole Hildebrandt) bis in die Niederlande (Flashback/Yannick Mollema).
 
Party
 
Der aus dem Fußball sinngemäß bekannte Spruch „Nach dem Rennen ist vor dem Rennen“ wird am Sonnabend dahingehend abgewandelt, dass nach dem Rennen erst einmal Party angesagt ist. Gleich nach Ende des Renntags geht es für alle in der Sulkylounge im 1. Stock der Tribüne weiter, wo die Teilnehmer an der DAM ebenso zur stimmungsvollen Siegerehrung erwartet werden wie alle Freunde des Trabrennsports, die Lust auf einen launigen Abend und das Kennenlernen Gleichgesinnter haben . Der Eintritt ist frei, lediglich für ein feines Büffet ist ein Kostenbeitrag von 20 Euro zu leisten.
 
Keine 24 Stunden später steht dann das überragende Ereignis nicht nur des Hamburger Trabrennsports an: Ab 13.00 Uhr dreht sich am Sonntag in einem zwölf Rennen umfassenden Programm alles um den Großen Preis von Deutschland.