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Trotz Ekel-Wetter: Skyfall trabt 1:13,5!

Trotz Ekel-Wetter: Skyfall trabt 1:13,5!
Nachschau Berlin-Mariendorf, 10.03.2019

Michael Nimczyk führt den Wallach zum Sieg über Harley As und Rainbow Diamant. Der Goldhelm gewinnt ebenso wie Kornelius Kluth insgesamt zwei Rennen. Noch besser kann es Thorsten Tietz, der sogar dreimal punktet.

Unangenehme Kälte und Regen ohne Ende: Der Rennverein und das Publikum hätten sich für die Sonntagveranstaltung zweifellos bessere äußere Bedingungen gewünscht. Dass die Veranstaltung auf der Derby-Bahn vom sportlichen Wert her aber trotzdem nicht ins Wasser fiel, sondern mit starken Leistungen der Pferde und Fahrer glänzte, lag vor allem an dem großartigen Skyfall. Der Wallach trommelte in der Hand von Michael Nimczyk den beeindruckenden Kilometerschnitt von 1:13,5/1.900m auf die Piste – eine Zeit, die man angesichts der widrigen Wetterverhältnisse als geradezu sensationell bezeichnen darf. Zumal dem Crack aus dem Stall von Ulrich Mommert der Triumph wahrlich nicht leicht gemacht wurde. Denn obwohl Skyfall sofort die Führung übernommen hatte, war der Verlauf für ihn alles andere als einfach und die Gegner setzten mit aller Gewalt die Zange an. Bis weit in die Gegenseite hinein gab zunächst Gobelin (Cynthia Lüdicke) in der Außenspur Gas bis zum Umfallen. Und als der Angreifer nach diesem Kraftakt mit Erreichen der Zielgeraden endgültig ausgespielt hatte, sprang dafür dessen Trainingsgefährte Harley As (Victor Gentz) in die Bresche und startete einen gut ausschauenden Schlussangriff.

Doch Skyfall ließ sich von all dem weder beeindrucken noch den Sieg nehmen. Der Braune stiefelte bis zum Pfosten eisern voran. Hinter Harley As holte sich der erst spät gebrachte Rainbow Diamant (Heinz Wewering) mit furiosem Speed das dritte Geld. Die beiden Platzierten waren mit Skyfall zeitgleich. Und vor allem Rainbow Diamant wirkte endlich einmal wieder ganz wie der Alte und ist beim nächsten Start unbedingt zu beachten. Michael Nimczyk war aber natürlich bei der Ehrung voll und ganz auf seinen eigenen Schützling konzentriert: „Skyfall kennt schon seit zwei Jahren nur noch exzellente Leistungen. Er hat einen tollen Charakter und macht unser Stallteam mächtig stolz!“ Der Champion durfte sich außerdem über Sandsturm freuen, mit dem er ebenfalls nicht lange gefackelt hatte. Der Achtjährige ergatterte kurz vor dem ersten Bogen an Herbie Dot (Manfred Zwiener) vorbei das Kommando. Diese Reihenfolge blieb in 15,0/1.900m bis ins Ziel erhalten. Denn obwohl Herbie Dot im Einlauf noch rechtzeitig freikam und eine sehenswerte Attacke unternahm, kam der Braune nur noch bis auf eine halbe Länge an den souveränen Sandsturm heran.

Ebenso wie Michael Nimczyk führte auch Kornelius Kluth zwei Pferde auf die Ehrenrunde. Gleich sein erster gemeinsamer Auftritt mit Levana RA wurde zu einem Volltreffer. Die Stute des Rennstalls Aleo ging eine Runde vor dem Ziel an die Spitze und zog auch auf den letzten Metern, als die Gegner noch einmal gefährlich aufmarschierten, tapfer durch. Die Sechsjährige kennt in dieser Saison bisher nur gute Leistungen. Unmittelbar danach wechselte Kornelius Kluth nicht nur das Pferd, sondern auch den Dress und trumpfte in den roten Farben von Marion Jauß mit Here I am auf. Der Hengst, der unterwegs lange Zeit nur an fünfter Position lag, bekam ausgangs des Schlussbogens das entscheidende Zeichen und streckte sich in 15,4/1.900m willig. Gleichwohl wäre es gegen Highlander Boko (Michael Nimczyk) bestimmt noch schwer geworden – doch der Kontrahent erlaubte sich auf der Zielgeraden im entscheidenden Moment einmal mehr eine Galoppade und wurde disqualifiziert.

Noch besser als seine beiden vorgenannten Berufskollegen konnte es aber Thorsten Tietz, denn der Profi gewann sogar drei Rennen. Den Anfang machte der mehrmalige Berliner Champion mit Flying Marceaux. Der Wallach aus dem Besitz von Wolfgang May stürmte Ende der Startgeraden an die Spitze und ließ seinen Verfolgern Oxidizer (Andreas Gläser) und Camus (Kay Werner) nicht den Hauch einer Chance. Was einmal so gut ausgeht, das klappt bestimmt erneut – das muss sich Thorsten Tietz wohl bei seinem zweiten Tagestreffer mit Gingerbell gedacht haben. Denn die Stute übernahm ebenfalls sofort die Führung und hielt ihren vermeintlichen Hauptgegner Lewandowski (Kornelius Kluth) gnadenlos unter Verschluss. Der Kontrahent kam partout nicht von der Innenkante weg und belegte in dem verbremsten Rennen hinter Giacomo (Katharina Kramer) und Estrella AV (Klaus Daust) lediglich Rang vier. Den lupenreinen Hattrick machte Tietz dann im direkten Anschluss mit Let’s Twist a Lot perfekt. Und wie könnte es anders sein – auch diesmal wieder mit offensiver Taktik von der Spitze aus. Die schwedische Stute kam zu keinem Zeitpunkt in Bedrängnis.

Das spannendste Finish der Veranstaltung gab es in der Gewinnsummenklasse bis 6.000 Euro. Michael Nimczyk und Irma la Douce bestimmten zunächst das Tempo, doch schon im ersten Bogen meldete auch der von Heinz Wewering gesteuerte Romeo Diamant Ansprüche an. Nachdem der Wallach des Besitzers Dr. Manuach Messengießer die Führung übernommen hatte, schien für den 29-maligen Deutschen Meister alles nach Plan zu verlaufen. Doch Irma La Douce legte einen bärenstarken Schlussangriff hin und beide Pferde stürmten Kopf an Kopf der Ziellinie entgegen. Das Heft behielt letztendlich trotzdem Romeo Diamant in der Hand. Angesichts dieser überzeugenden Vorstellung ist von dem großgewachsenen Traber in den kommenden Wochen wohl einiges zu erwarten.

Das einzige Amateurfahren des Nachmittags sah mit Ear to Earth und André Pögel ein Pferd am Start, das im Vorfeld als klarer Tipp des Tages galt. Die zahlreichen Fans des Hengstes gerieten aber durchaus ein wenig ins Schwitzen. Denn der aus zweiter Reihe gestartete Scarlet-Knight-Sohn musste einen anspruchsvollen Verlauf bewältigen und kam einfach nicht aus der Todesspur weg, weil ihm der Pilot Vincent Vega (Katharina Kramer) den Weg an die Spitze verbaute und partout nicht vorbeiließ. Auf der Schlusshalben  zeigte Ear to Eath dann aber doch, was Sache ist und setzte sich letztendlich sogar überlegen durch. André Pögel war begeistert: „Er ist ein echter Bomber!“

Ebenfalls hocherfreut zeigte sich Michael Hönemann über seinen Sieg mit Cash de Mortree im Trotteur-Francais-Rennen. Der Wallach agiert in der Tat schon seit Wochen überaus formbeständig, hatte aber angesichts der Tatsache, dass nur drei Pferde in der korrekten Gangart verblieben, nicht allzu viel zu schlagen. Obendrein war sogar der zur Riesenaußenseiter-Quote von 384,5:1 angetretene Bonus des Iles (Heiko Schwarma) auf der Zielgeraden bereits an ihm vorbei – doch auch der Achtjährige verfiel mit dem Sieg vor Augen in Galopp. Aber auch ohne Bonus des Iles bebte der Toto gewaltig: Die Dreierwette mit Dogma TF (Pawel Ostrycharz) und Demm Dirac (Vasyl Finchuk) auf den weiteren Plätzen hinter Cash de Mortree zahlte 3.849,8:1 aus. Eine Reihenfolge, über die vor allem Janusz Misiek gestrahlt haben wird, denn der in Wroclaw (ehemals Breslau) beheimatete polnische Profi landete einen Treffer mit Seltenheitswert: Der 59-Jährige Profi ist als Trainer für alle drei Pferde verantwortlich.    
                      

Gesamtumsatz: 126.142,77 Euro – Bahnumsatz: 37.661,70 Euro – Außenumsatz:  88.481,07 Euro.