Wewering holt sich den »Winterfavoriten«

Wewering holt sich den »Winterfavoriten«
Nachschau Gelsenkirchen, 28.10.2018

Rekord-Champion siegt mit Orkan von Haithabu in der alten Heimat – Michael Nimczyk dominiert den Rahmen – Fünf Siege u. a. mit Payet im »St. Leger-Trial« – TomNJerry Diamant behauptet sich gegen Unstoppable – Viveur Bi mit neuem Saisonrekord

(GelsentrabPR) – Der zweijährige Hengst Orkan von Haithabu war in seiner ersten Saison bis zum Sonntag als zuverlässiger Platzgeldsammler bekannt. Bei vier Starts standen für den Rise and Shine-Sohn u.a. dritte Plätze in der »Breeders Crown« und im Hamburger »Orakel« zu Buche. In Gelsenkirchen platzte nun der Knoten und »Orkan« durfte nach dem »Preis des Winterfavoriten« erstmals zur Siegerehrung vorfahren.

»Heinz the Champ« mit der ganzen Routine

Ein Gefühl, das sein ständiger Fahrer, Heinz Wewering, kennt wie kein Zweiter in Deutschland. Für den inzwischen in Berlin lebenden 68-jährigen, der den Weltmeister-Titel zweimal nach Deutschland holte und vierfacher Europameister ist, war der Volltreffer in der Traditionsprüfung der 16889. einer sagenhaften Karriere in Deutschland, allerdings der erste in der alten Heimat in diesem Jahr.
Viel Mühe hatte der 29-fache Champion der Berufsfahrer auf dem Weg dahin nicht, denn Trainer Holger Neumann hatte Orkan von Haithabu offensichtlich bestens auf den mit 20.000 Euro dotierten »Winterfavoriten« vorbereitet, sodass Wewering schon am Start das schnellste von nur sieben Pferden zur Hand hatte und noch vor dem ersten Bogen das Kommando vor Herausforderin Janske Beemd (Jeffrey Mieras) eroberte. Mehr begleitet als bedrängt von Außenseiter Georgies Bueraner spulte der Favorit in der Folge sein Pensum ab, schaltete auf dem letzten Teilstück einen Gang höher und ließ Janske Beemd so nicht einmal eine Gelegenheit zur Schlussattacke. Klar zurück sicherte sich Fair Winner (Cees Kamminga) das dritte Geld vor der Debütantin Jamaica Ferro (Rob de Vlieger) und dem von Jochen Holzschuh wohl doch zu optimistisch vorgetragenen Georgies Bueraner.

Payet wichtigster Sieger des Nimczyk-Quintetts

Während das Hauptereignis der letzten Gelsenkirchener Oktober-Veranstaltung also die erwartet klare Angelegenheit für »Altmeister« Heinz Wewering war, gehörte der Rahmen dessen erfolgreichstem Nachfolger, Michael Nimczyk. Der amtierende deutsche Champion trug sich an diesem kalten Sonntagnachmittag nicht weniger als fünf Mal in die Siegerliste ein und holte sich mit Payet auch das zweite Jahrgangsrennen, einen Trial zum »Deutschen Traber-St. Leger« (8.000 Euro / 2.600 Meter), das er bereits im September mit Emilion an seine Fahne geheftet hatte.
Aus zweiter Position innen orientierte sich der 13:10-Favorit rund 800 Meter vor dem Pfosten in die Außenspur, machte ausgangs des Schlussbogens Ernst und verteidigte den im Handumdrehen erworbenen Vorteil bis zur Linie ohne jegliche Mühe. Der mit 72:10 am Totalisator erstaunlich hoch notierende Joe Cocker (Tim Schwarma) holte sich das zweite Geld vor der von Roland Hülskath klug eingesetzten Außenseiterin Noelani und der lange führenden Calamintha (Rob de Vlieger).

TomNJerry knapp vorne

Ein zweites Ausrufezeichen setzte Nimczyk in der »ELE-Super-Trophy« mit dem vierjährigen TomNJerry Diamant. Wie mit Payet entschied sich der Rheinländer auch hier für die Position hinter dem Piloten und legte damit den Grundstein für den zweiten Jahreserfolg des Mommert-Trabers. Denn mit dem Frontrenner Unstoppable (Robbin Bot) hatte dieser somit ein hervorragendes Führpferd, das sich zu Beginn der Zielgeraden freilich ein wenig absetzte, dann aber nicht weiter zulegen konnte und in einem packenden Finale letztendlich knapp den Kürzeren zog. Mit 1:13,5 / 2.000 Meter waren beide Pferde dabei in Anbetracht der niedrigen Temperaturen sehr flott unterwegs.

Saisonrekord

Noch schneller konnte es Viveur Bi in der einleitenden »Wettstar-Meile«. Der Varenne-Sohn musste bei seinem fünften Deutschland-Start alles geben, um seine weiße Weste gegen More Junction (Robbin Bot) zu verteidigen, wurde dafür aber nicht nur mit einer Siegprämie von 750 Euro belohnt, sondern durfte sich zusätzlich über den neuen Gelsenkirchener Saisonrekord freuen. Nach 1.609 Metern blieben die Uhren für den Vierjährigen bei einer durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:13,0 stehen. Damit war Viveur Bi eine Zehntel schneller als Halva von Haithabu, der im September allerdings 391 Meter mehr zurückgelegt hatte.

Viererwette nicht getroffen

Mit einer kräftigen Überraschung endete das Viererwette-Rennen im GelsenTrabPark. Den Sieg von Lordano Ass (Simon Siebert) vor Minka Express (Tom Karten), Gian Luca Pasel (Thomas Maassen) und 739:10-Außenseiter Cousin le Blanc (Katie Beer) hatte kein Wetter vorhergesehen, sodass man sich bei einem der nächsten Renntage auf einen Jackpot freuen darf.

Ein klein wenig Geduld ist allerdings angebracht, denn im November veranstaltet Gelsentrab nur einmal, am Sonntag, den 18. Dann wird u. a. das mit 5.000 Euro dotierte Finale der »ELE-Super-Trophy« entschieden.