Champion souveräner als der Weltmeister

Champion souveräner als der Weltmeister
Nachschau Hamburg-Bahrenfeld (PMU), 20.06.2018

Michael Nimczyk viermal -  Prince of Persia in Tagesbestzeit - Iwan Boko empfiehlt sich für Berlin - Überraschungen Mangelware

Ein Renntermin ist im Juni in Bahrenfeld vorgesehen. Am Mittwochmorgen begann die Veranstaltung mit fünf PMU-Rennen bei – natürlich – schönem und sonnigem Wetter, um dann noch weitere vier Prüfungen bereit zu halten. Volle Felder boten breiten Raum für Spekulation, doch letztlich blieben die großen Überraschungen aus. Einmal mehr drückte der deutsche Champion der Veranstaltung seinen Stempel auf. Wesentlich souveräner als die deutsche Mannschaft bei der Fußball-WM in Russland ging der Goldhelm in Bahrenfeld zu Werke.

Zweite Reihe ein Nachteil?

Oft genug gilt die zweite Startreihe als Nachteil, doch das muss nicht immer gelten. Im ersten Rennen bekam Michael Nimczyk mit Highway Fortuna von der „11“ gleich eine gute Lage und konnte sich sofort hinter Escada einordnen. Über die Open Stretch marschierte der Hengst sich ganz klein machend zum Treffer in 1:15,5 gegen Malory, für den die zweite Startreihe ein Nachteil war, da er vor allem im Schlussbogen weite Wege akzeptieren musste, und Victorymoko.
Auch im Anschluss war ein Starter aus der hinteren Reihe am Ende ganz vorn. nach einer Runde fuhr Victor Gentz mit Gustavson Be an nahezu allen vorbei, parkte neben der führenden Good Girl As ein und zog im Einlauf vorbei.

Für große Aufgaben gerüstet?

Beim dritten Jahresstart imponierte Prince of Persia einmal mehr kräftig. Michael Nimczyk ließ sich von Litana den Weg zeigen und nahm aus dem Rücken der Pilotin heraus an der letzten Ecke und ging locker auf und davon. Der in Tagesbestzeit von 14,7 siegreiche Fuchs sollte sich in diesem Jahr auch auf höherem Niveau behaupten können.  Die Viererwette vom 12:10-Brenner zahlte im übrigen 7.727:10.

Auch der Sieger im Amateurfahren des Tages könnte für größere Aufgaben vorgesehen sein. Jörg Hafer setzte Big Boss As über die Open Stretch ein und flog förmlich an der vom Fleck weg führenden Super Queen C vorbei. Dank seiner nach wie vor recht geringen Gewinnsumme könnte der „Boss“ noch für Furore sorgen in diesem Jahr.

Auf Derbykurs?

Ausschließlich Dreijährige hatten sich im dritten Rennen hinter dem Startwagen versammelt. Namanga Hill war nach vorn gestürmt vor Undigious Diamant und wollte die Revanche für die kürzliche Niederlage. Daraus aber wurde aus zwei Gründen nichts, denn der Nimczyk-Starter kam in der Distanz ebenso an ihm vorbei wie der von Stefan Schoonhoven außen herum mutig vorgetragene Iwan Boko, der Ambitionen hegen sollte, was das Derby anbelangt.

Auf Derbykurs schien man auch Iron Transs R zu wähnen, doch der Schützling von Dion Tesselaar musste glattgehend heute erstmals Grenzen bekennen, da er nach früher Führung auf die Attacke von Medici Isabella Mitte gegenüber keine Antwort parat hatte. Christian Lindhardt fuhr vorbei und dann davon, so dass auch Local Hero zu spät kam.

Derby ist nicht alles?

Das Stutenderby hingegen hätte Age Posthumus mit Ice Dragon im Visier haben können. Die Stute ging auf der letzten Überseite nach einem Windschattenrennen außen an allen vorbei und war auch durch die Schlussattacke von Uptoheaven Diamant nicht in Bedrängnis zu bringen. Vielleicht bereut man schon die zeitige Streichung im Derby?

Ein Ziel namens Derby kann Kiss Me Bo sowieso nicht mehr haben, denn die Stute ist bereits vierjährig. Nach einem siegreichen Start dreijährig war sie mehr als ein Jahr „verschwunden“, um sich nun siegreich in Rekordzeit von 1:16,1 zurückzumelden. Für Michael Nimczyk war es der dritte Treffer an diesem Mittwoch. Gleich im Anschluss legte er nach mit Free Bird. Der dreijährige Ready Cash-Sohn rang dem führenden It's Attack den Fehler keine 50 Meter vor dem Ziel ab und legte so die Maidenschaft ab – doch „das Derby käme zu früh“, hatte sich der Champion bereits im Vorfeld festgelegt. Free Bird wurde denn auch bereits vor seinem Sieg aus dem Rennen der Rennen gestrichen.

cb