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Emilion lässt die Gegner alt aussehen

Emilion lässt die Gegner alt aussehen
Nachschau Gelsenkirchen, 06.06.2018

Der Dreijährige setzt sich in Tagesbestzeit gegen ältere Konkurrenten durch – Mit Nileo hat Michael Nimczyk weniger Fortune – Der Top-Favorit verliert gegen die 640:10-Außenseiterin C’est bien – Robbin Bot überzeugt mit Unstoppable und Croatie d‘Amour

(GelsentrabPR) – Nur vier Tage nach der Veranstaltung am Samstag meldete sich der Trabrennverein in Gelsenkirchen am Mittwoch vor der Fußballweltmeisterschaft noch einmal mit fünf sogenannten PMU-Rennen zu Wort und konnte seinen treuen Besuchern sowohl Spannung als auch einige starke sportliche Leistungen bieten.

Emilion setzt Ausrufezeichen

Ganz besonders für sich einzunehmen wusste an diesem sonnigen Mittag ein Vertreter der Derby-Generation, der bei weiterhin positiver Entwicklung am ersten Sonntag im August sicher eine prominente Rolle spielen kann. Die Rede ist von Ulrich Mommerts Emilion, der nach seinem Patzer im »Adbell-Toddington-Rennen« zum ersten Mal den Vergleich mit keinesfalls schwachen älteren Konkurrenten seiner Gewinnklasse bis 13.000 Euro Gewinnsumme suchte und – so viel sei vorweggenommen – diese in Tagesbestzeit von 1:14,1 / 2.000 Meter klar beherrschte.

In Berlin zuletzt kurz nach dem »Ab« aus dem Takt geraten, fand der »Breeders Crown«-Zweite 2017 aus der Zucht von Jean-Pierre Dubois bei Gelsentrab für seine Verhältnisse gut in die Partie, eroberte eine Runde vor Schluss mit Autorität die Spitze und konnte sich von diesem Zeitpunkt an praktisch nur noch selbst schlagen. Trotz einiger »kitzliger« Momente blieb die noch nicht besonders flüssige Trabaktion des groß gewachsenen Sam Bourbon-Sohns dieses Mal jedoch regelkonform, sodass am Ende ein überlegener Erfolg zu verbuchen bleibt. Erst vier Längen hinter dem volle drei Sekunden unter seiner bisherigen Bestmarke bleibenden Emilion erreichte Mad World (Tim Schwarma) das Ziel als zweites Pferd deutlich vor dem höher eingeschätzten General Lee (Rob de Vlieger).

640:10-Sensation

Während Michael Nimczyk mit seiner Derbyhoffnung also vollauf zufrieden sein durfte, erlebte er im »Frei für alle« eine herbe Enttäuschung. Mit Nileo konnte der Champion den viel beachteten Comeback-Erfolg im »Bayerischen Zuchtrennen« nicht bestätigen und musste am Ende feststellen, dass die 640:10-Außenseiterin C’est bien und Roland Hülskath an diesem Tag eindeutig das bessere Gespann waren.

Dabei lief zunächst alles nach Plan. Nileo setzte sich gleich zu Beginn im Kampf um die Führung durch, bestimmte fortan unbedrängt das Geschehen und beschränkte die Zahl derer, die zu Beginn der Zielgeraden noch Hoffnung auf einen anderen Sieger hatten auf ein Minimum. Doch dann schlug die Stunde von C’est bien, die nach einer rund zweieinhalbmonatigen Wettkampfpause unterwegs den Windschatten des 14:10-Favoriten genutzt hatte und aus dieser Position Schritt für Schritt den Druck erhöhte. Nileo hielt diesem schon weit vor dem Pfosten nicht mehr Stand und konnte den ersten Volltreffer der Sechsjährigen seit dem »Breeders Crown«-Erfolg im September 2016 letztlich nichts entgegensetzen.

Doppelerfolg für Robbin Bot

Eine klare Angelegenheit war auch die Gelsenkirchener Auftaktprüfung, in der Robbin Bot mit Unstoppable seinen ersten von zwei Volltreffern markierte. Der lange in Deutschland aktive Niederländer machte den auf seiner Lieblingsbahn in Dinslaken kaum aufzuhaltenden Braunen gleich am Start richtig flott und setzte sich umgehend vor die nur fünf Konkurrenten, die ihm auf dem zweiten Teilstück ein Schneckentempo durchgehen ließen. Entsprechend geschont drehte Unstoppable in der Entscheidung dann mächtig auf und machte sich mit einem Schlussviertel in 1:10er-Zeit zu einem überlegenen Sieg vor Ultras As (Rob de Vlieger) auf. Damit strafte der Zola Boko-Sohn seine Kritiker Lügen und holte sich beim zweiten Engagement die erste Siegerschleife auf der großen Bahn am Nienhausen Busch.

Erfolg Nummer zwei gelang Robbin Bot erwartungsgemäß in der dritten Tagesprüfung, die Pferden französischer Abstammung vorbehalten war und über die lange Distanz von 2.600 Metern führte. Mit Favoritin Croatie d’Amour aus dem Trainingsquartier von Cees Kamminga löste er Top-Herausforderer Apache Jeloca (Jaap van Rijn) nach rund 800 Metern an der Spitze ab und wehrte dessen Schlussattacke mit viel Mühe, schlussendlich aber doch beinahe sicher ab. Eine gefühlte Ewigkeit hinter dem Duo musste der früh außen herum bemühte Amiral de Retz (Jochen Holzschuh) mit dem dritten Geld zufrieden sein.