Dion Tesselaar weiter in Topform

Dion Tesselaar weiter in Topform
Nachschau Gelsenkirchen (PMU), 30.04.2018

Der Holländer gewinnt zwei von fünf Rennen – Überraschung mit Haubertje – Glayva Bros nun seit fünf Starts ungeschlagen – Apache Jeloca erneut dreistellig – General Lee weiß zu überzeugen – Napster im Amateurfahren

Einen Tag vor dem mit Spannung erwarteten »Bild-Pokal« am 1. Mai verkürzte der Rennverein in Gelsenkirchen die Wartezeit für die Traberfans zum Wochenauftakt mit fünf sogenannten »PMU-Lunch-Races«, die dank vergleichsweise hoher Dotationen wieder gut besetzt waren und einmal mehr starke Gäste aus den Niederlanden ins Ruhrgebiet lockten. Darunter mit Dion Tesselaar einen absoluten Formtrainer und -fahrer, der am Samstag im heimischen Wolvega gleich vier Prüfungen an seine Fahnen heftete.


Doppelschlag zu Beginn

Wie bei dieser Gelegenheit legte Tesselaar auch bei Gelsentrab los wie die Feuerwehr und holte sich gleich die beiden ersten Prüfungen der Veranstaltung, wobei er mit Haubertje für eine kräftige Überraschung sorgte und dem deutschen Champion Michael Nimczyk mit der 12:10-Favoritin Holland Hazelaar eine schmerzliche Niederlage zufügte. Dabei hatte sich das Rennen alles andere als außerplanmäßig entwickelt. Gleich zu Beginn pochte Holland Hazelaar mit Erfolg auf das Kommando und durfte in der Folge ungestört ein Schlafwagentempo vorlegen. Erst auf der Zielgeraden setzte Haubertje aus dem Windschatten zur Schlussattacke an und erkämpfte sich zum Entsetzen vieler Wetter bis zum Pfosten einen Vorteil von einer Hals-Länge.

Nur ein wenig größer war der Vorsprung von Dion Tesselaar bei seinem zweiten Tageserfolg mit Glayva Bros, die sich auch durch einen Startplatz in der zweiten Reihe nicht beirren ließ und den fünften Volltreffer in Serie markierte. Der gleichfalls mit vier Siegen en suite in die Partie gegangene Hurricane Boshoeve setzte der Cantab Hall-Tochter zwar bis zur Linie immer wieder zu, konnte ihren Widerstand letztlich aber nicht brechen. Hinter dem Duo suchte der an diesem Montag insgesamt wenig glücklich agierende Michael Nimczyk mit Stradivari (zu) lange nach einer Lücke und musste mit Rang drei zufrieden sein.

 
»Apache« erneut unterschätzt
»Oranje boven« hieß es auch in der Prüfung für die höchste Tagesklasse, die Pferden französischer Abstammung vorbehalten war. Der bereits beim Gelsenkirchen-Debüt im März punktende Apache Jeloca präsentierte sich hier erneut von seiner besten Seite und strebte mit starkem Finish einem völlig ungefährdeten Sieg entgegen. Dabei notierte der von Jaap van Rijn pilotierte Wallach aus dem Trainingsquartier von Hans Bot am Totalisator sogar noch 44 Punkte höher als im vergangenen Monat bei 146:10. Der vierfache »Prix d’Amérique«-Sieger Jos Verbeeck aus Belgien musste bei seinem Gelsentrab-Gastspiel mit dem hoch eingeschätzten Vinci du Macherel mit dem Ehrenplatz knapp vor Bastien du Chef (Danny den Dubbelden) zufrieden sein. Dreierwette: 6.927:10.

»General« gibt den Ton an

General Lee hieß der Sieger im interessant besetzten »Preis von Schalke«. Der von Trainer und Fahrer Rob de Vlieger selbst gezüchtete Wallach bewies über die lange Distanz von 2.600 Metern viel Ausdauer und behauptete sich trotz eines nicht leichten Rennverlaufs am Ende souverän gegen den aus hinteren Regionen gut auf Touren kommenden High Speed (Jaap van Rijn). Für den Offshore Dream-Sohn aus dem Stall Birkenhain war dies beim sechsten Engagement der zweite Saisonsieg. Voraussichtlich nicht der letzte, wenn er seine Form konservieren kann.

Napster überlegen

Letzteres gilt ebenso für Napster, der auch beim zweiten Jahresstart unter der Regie von Jochen Holzschuh voll ablieferte und sich die Siegerschleife mehr als verdiente. Erneut von Julia Knoch gesteuert, steckte der Vierjährige noch im Schlussbogen den Kopf nach vorne und machte sich im Handumdrehen zu einem überlegenen Erfolg frei. Erst volle sechs Längen hinter dem Braunen passierte In my mind (Jacob Elzinga) den Pfosten als zweites Pferd vor der Holländerin Ghickadee HPK (Richard Hauber).