Erfolgreiche Voyage d'Amour: Von Utah Beach nach Bahrenfeld

Erfolgreiche Voyage d'Amour: Von Utah Beach nach Bahrenfeld
Nachschau Hamburg, 02.04.2018

Voyage d’Amour gewinnt das Schwarzer Steward-Rennen – Sandsturm im Finale B – April Classic, Humble Hill und Voyage d‘Amour in den Qualifikationen – Victor Gentz doppelt – Eine halbe Million in der V6

Gut gefüllt war die Trabrennbahn in Hamburg-Bahrenfeld Ostern eigentlich immer, und so nahm es nicht wunder, dass sich bei schönem Frühlingswetter die Besucher Ostermontag an den Rails geradezu drängten. Sie bekamen spannenden Rennsport geboten und eine würdige Siegerin im Hauptereignis serviert, denn Voyage d’Amour beeindruckte als Vor- und Endlaufsiegerin im Hamburger „Klassiker der Frühsaison“.

Erfolgreiche Reise

Voyage d’Amour war mit ihrem Besitzer, Züchter und Trainer Mike Lenders aus der Normandie angereist. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Marina Vietgen-Haide betreut Lenders dort ein kleines, aber feines Lot und unterhält auch eine kleine Zucht. Vorbereitet werden die Trotter auch an einem berühmten Strand: Utah Beach, wo 1944 am D-Day die Invasion der Alliierten das Ende Hitler-Deutschlands einläutete. Den weiten Weg nach Hamburg hatte das Team rund um Voyage d’Amour aber nicht in einem Rutsch zurückgelegt, sondern Zwischenstation im niedersächsischen Heidenau gemacht. 

 Der Transport im Finale verlief ebenfalls in Etappen, denn die am Toto knapp favorisierte Stute gab dem Druck des Co-Favoriten Humble Hill nach und begnügte sich mit dem Platz im Windschatten des Piloten. Ausgangs der letzten Kurve entschied Lenders, den Angriff außen zu wagen, was sich in jeder Hinsicht als goldrichtig erwies. Wer weiß, was passiert wäre, hätte er auf die Open Stretch gebaut. Diese nutzte Arendelle, die Rudi Haller anvertraut worden war, um groß auf Touren zu kommen. Noch scheinbar souverän führend brach Humble Hill plötzlich nach innen auf die innere Angriffspur weg, Bakker hatte große Mühe, den Hengst halbwegs überhaupt noch auf dem Geläuf zu halten und konnte auf den letzten Metern an Finishen nicht mehr denken. Voyage d’Amour zog vorbei und landete den verdienten Treffer in 1:14,8.

Was aber geschah dahinter? War Humble Hill Arendelle in die Quere gekommen? War das Verlassen des abgesteckten Geläufs gar rennentscheidend? Fragen, die kontrovers zu diskutieren waren, allein die Rennleitung befand es nicht für nötig, eine Überprüfung zu starten. Dafür Verständnis aufzubringen, erforderte schon eine gewisse Toleranzschwelle. Alles blieb also unüberprüft so, wie es im Ziel endete.

Die Reise ins Finale

Zu den ersten Finalisten hatte Arendelle gehört, die über die Open Stretch Durchstieß und dabei den führenden Malory knacken konnte, doch die speedige April Classic heftete mit Victor Gentz den Vorlaufsieg an ihre Fahnen. „Geheimfavorit“ Maxi Cup machte leider erneut einen frühen Fehler und verpasste das Finale, das noch Kobra Haleryd erreichte als Vierter.

Eine aufwendige Reise durch die zweite Fahrspur steckte Voyage d’Amour mit Mike Lenders anschließend klaglos weg und erdrückte den führenden Chuckaluck mit einer Tiefenmassage über mehrere hundert Meter, was Chuckaluck aber nicht daran hindert ebenso in den Endlauf vorzurücken wie Hedy Beuckenswyk, während die viertplatzierte Katy Perry verzichtete.

Im dritten Vorlauf marschierte Humble Hill mit Robin Bakker trotz zweiter Reihe bald gen Kommando und ließ nichts mehr anbrennen gegen Night Star Sam, Nordmann und Big Boss As. Die Hamburger Hoffnung Sandsturm war durch einen Fehler hinter dem Wagen seiner Möglichkeiten beraubt und musste mit einem Auftritt im Finale B vorliebnehmen.

Entschädigung

Trost fand Sandsturm dann im Finale B, als er glattgehend von der Spitze mit Michael Larsen in derselben Siegzeit (14,8) wie die Siegerin im großen Finale zum Zuge kam. Larsen haderte trotz des Sieges dann auch hör- und sichtbar im Winnercircle mit dem Ausscheiden im Vorlauf und mochte sich so recht nicht freuen über die Entschädigung gegen C’est La Vie C und Marimba.

Doppelschlag zur halben Million

Nach dem Treffer mit April Classic im Vorlauf zum Schwarzer Steward-Rennen gewann Bronzehelm Victor Gentz auch noch mit Gustavson Be. In Tagesbestzeit von 1:14,5 hielt er sich den attackierenden Vincent knapp vom Leib. Die beiden Gentz-Sieger waren die längsten im Rahmen der V6-Wette, die – gerechnet über die Tatsache, dass kein Sieger dreistellig am Toto notierte – mit einer Quote von 500.000: 10 sensationell ausging.
cb