Lotus Star nutzt den Heimvorteil

Lotus Star nutzt den Heimvorteil
Nachschau Gelsenkirchen, 16. Januar 2018

Der Zehnjährige behauptet sich gegen Derbysieger Dream Magic BE und Alaska Joe – For Ever steigt in der »ELE-Trophy« zum Seriensieger auf – Fahrer Jaap van Rijn punktet auch mit Captain Rob – Dramatischer Dreikampf im Viererwette-Rennen mit Pietro Lombardi als Sieger

(GelsentrabPR) – Rund eineinhalb Wochen vor dem »Prix d’Amérique«, dem wichtigsten Trabrennen der Welt, richtet sich der Blick selbstverständlich ganz verstärkt auf die Geschehnisse beim Winter-Meeting in Paris-Vincennes. Doch auch hierzulande wird zu Beginn des neuen Jahres interessanter Trabrennsport geboten – insbesondere in Gelsenkirchen.

Lotus Star beherrscht den Derbysieger

Nach einem Doppelschlag gleich in der ersten Januar-Woche wurde bei Gelsentrab am Dienstag gleich die dritte PMU-Veranstaltung in Folge durchgeführt. Acht vergleichsweise gut dotierte Prüfungen standen ab 17 Uhr auf dem Programm, dessen sportlicher Mittelpunkt der an siebter Stelle ausgetragene »Internationale Januar-Preis« war. Immerhin 7.000 Euro leuchteten als Dotierung über dem »Frei für alle«, das über die Mittelstrecke führte und mit Dream Magic BE einen seltenen Gast auf deutschen Rennbahnen ins Ruhrgebiet lockte. Der inzwischen neunjährige Derbysieger von 2012 wird seit einigen Monaten in der Normandie von den ehemals auch in Westdeutschland ansässigen Mike Lenders und Marina Vietgen-Haide umsorgt und bekam eigentlich eine passende Aufgabe serviert.

Zum Sieg – so viel sei vorweggenommen – reichte es für den Dream Vacation-Sohn am Ende dennoch nicht, auch weil der Rennverlauf sich nicht für ihn entwickelte. Nach einem teilweise völlig verbummelten Tempo auf den ersten 1.500 Metern wurde das letzte Teilstück mit einer durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:10,3 im Eiltempo absolviert, sodass Dream Magic BE in der Hand seines Trainers aus der dritten Position außen nicht mehr nach ganz nach vorne durchdrang und den stets vor ihm postierten Lotus Star (Tim Schwarma) klar vor sich anerkennen musste. Auf der Linie reichte es aber wenigstens noch für den Ehrenplatz, den der um einen »kurzen Kopf« geschlagene Alaska Joe (Michael Nimczyk) nach etwa 800 Metern in der ungeliebten Außenspur ohne Führpferd nicht weniger verdient gehabt hätte.

Starke Holländer

Neben dem Rennen für die höchste Tagesklasse ragte der im strömenden Regen gestartete erste Lauf zur »ELE-Trophy« (6.000 Euro / 2.000 Meter) aus der durchweg interessanten Abendkarte ein wenig heraus. Im Vorfeld hatte man hier mit einem spannenden Finale gerechnet, was sich am Totalisator auch mit fünf zweistellig notierenden Teilnehmern widerspiegelte. Zwei von diesen blieben letztlich übrig und lieferten sich bis zum Pfosten ein packendes Duell. Den »Hals« vorne hatte schlussendlich der nun als Seriensieger geführte Bahnspezialist For Ever. Obwohl Jaap van Rijn ihn noch vor Erreichen der Schlussrunde in die sogenannte »Todesspur« geschickt hatte, mobilisierte der Niederländer stets neue Reserven und behauptete sich gegen die aus seinem Windschatten immer besser auf Touren kommende Chance Classique (Michael Nimczyk).

Jaap van Rijn hatte gleich zum Auftakt der Veranstaltung bereits mit Captain Rob einen überlegenen Erfolg gegen Stall Habos Philistine Face (Michael Nimczyk) gefeiert und war damit der einzige Doppelsieger an diesem Abend.

Kopf an Kopf an Kopf über die Linie

Eine durchaus kräftige Überraschung gab es im mit Viererwette angebotenen »Preis von Reims« zu vermelden. Nicht Dark Witch Sisu (Stefan Schoonhoven), Gerrit Schermer (Jan van Dooyeweerd) oder die im Schlussbogen in dritter Spur fehlerhafte Opalis (Roland Hülskath) zogen hier in den Winner Circle ein, sondern der eigentlich auf Platz vier erwartete Pietro Lombardi. Mit Züchter und Trainer Robbin Bot im Sulky setzte sich der speedstarke Fuchswallach in einem dramatischen Dreikampf hauchdünn gegen den nach 600 Metern in Front gezogenen Gerrit Schermer und die außen herum niemals auch nur ansatzweise aufsteckende Dark Witch Sisu durch. Mit Gwenda Beuckenswyk (Jaap van Rijn) auf dem vierten Rang zahlte die Viererwette eher bescheidene 3.809:10.

Der nächste Renntag in der Feldmark findet bereits am kommenden Sonntag statt. Ab 13.45 Uhr werden elf Prüfungen entschieden. Im Hauptereignis um 4.000 Euro gibt es dann ein schnelles Wiedersehen mit dem Star des Dienstagabends, Lotus Star.