Goldy, das Goldstück

Goldy, das Goldstück
Nachschau Berlin-Mariendorf, 04.08.2017


Michael Nimczyk gewinn mit Goldy Stardust das Bruno Cassirer-Rennen – Marathon-Sieg für Rossini Diamant (Thorsten Tietz) – Cramer Flevo (Angelin Batist) überrascht zu dreistelliger Quote im Trabreiten, Baliverne Buroise (Lea Ahokas) im Franzosenrennen
 
Berlin-Mariendorf, 4. August 2017.
 
(mf) Am Freitag vor dem Derby stehen traditionell die „Damen“ im Mittelpunkt, womit in der Regel die vierbeinigen gemeint sind, die sich im traditionellen Bruno Cassirer-Rennen messen. Doch passend zum Thema des Tages fuhren bzw. ritten auch zwei weibliche Aktive zur Siegerehrung vor.
 
Goldy Stardust eine Macht
 
Das Michael Nimczyk, der im Lauf der Derbywoche eine schon jetzt atemberaubende Erfolgsserie abgeliefert hat, mit Goldy Stardust das mit insgesamt 28.000 Euro dotierte Bruno Cassirer-Rennen gewinnen würde, ahnten die meisten Experten schon im Vorfeld. Schließlich war die Siegesserie der im Besitz seines Onkels Hans Brocker befindlichen Vierjährigen nur kurz unterbrochen worden, als sie einmal etwas zu spät angegriffen hatte. In welchen Stil die einmal mehr nicht im Geringsten an ihre Grenzen gehende Braune aber Vorlauf und Finale für sich entschied, machte ungeheuren Eindruck. In der Qualifikation zum Finale durch den Startplatz in der zweiten Reihe zunächst zur Passivität verurteilt, rollte Goldy Stardust das gesamte Feld mit einem Zwischenspurt auf der Gegengeraden auf und gewann lediglich deshalb mit „nur“ sieben Längen, weil ihr Steuermann noch Reserven fürs Finale bewahren wollte. Dort wurde angesichts einer 20 Meter-Zulage ebenfalls am Anfang nichts übertrieben, Nimczyk rückte lediglich nach einer Runde zur führenden Lambalamba auf, doch als es Ernst wurde, stand die Siegerin im Handumdrehen fest. Diesmal waren es fünf Längen bis zur im Speed gut aufkommenden Zweitplatzierten Yen, doch hätte die 11:10-Favoritin bei Bedarf jederzeit noch zulegen können. Hinter der tapferen Lambalamba holte sich mit Gwenda Beuckenswyk (Richard Slijfer) die Gewinnerin des ersten Vorlaufs das vierte Geld, war trotz der Vorgabe für die gewinnärmeren Ladys aber ebenso chancenlos wie die anderen auch. Bei der Siegerehrung traf sich fast die gesamte Nimczyk/Brocker-Familie inklusive Omas, Schwestern, Schwiegermüttern und wer sonst im nahen und weiteren Sinn noch zu diesem engagierten und erfolgreichen „Clan“ gehört. Einen dritten Tagessieg feierte der Goldhelmträger in der letzten Tagesprüfung – natürlich mit einer Stute, denn Here she goes war beim zweiten Start nach einer Pause topfit und erinnerte an frühere gute Leistungen.
 
Marathon-Jogging für Rossini Diamant
 
Mussten Goldy Stardust und Co. an diesem Tag, bedingt durch die Doppelstarts, 4.000 Meter zurücklegen, standen im Derby-Marathon 3.200 Meter in einem einzigen Rennen auf dem Programm. Kein Problem für Thorsten Tietz, der sich schon im Vorfeld sehr optimistisch gezeigt hatte und mit Rossini Diamant gleich ins Kommando gelangte. Durch eine geschickte Tempoverschleppung machte der Berliner Champion es seinem Erfolgswallach so einfach wie möglich, den bereits zwölften Saisonerfolg unter Dach und Fach zu bringen. Wenn auch mit 19:10 die Siegquote etwas opulenter als bei Goldy Stardust ausfiel, gehörte auch Rossini Diamant zur Kategorie „Top-Favoriten“ des Tages. Die gemeinten Pferde waren ebenfalls in den beiden mit jeweils 7.500 Euro dotierten Prüfungen der Vierjährigen vorn, bei denen zunächst Guillaume Boko (Robbin Bot) eine Kostprobe seines großen Könnens abgab, bevor Dennis Spangenberg hinter dem immer besser werdenden Khalid seine ganze fahrerische Klasse aufbieten musste, um dem spät ins Rennen findenden Rappen den bislang größten Scheck seiner Laufbahn zu verschaffen.
 
Frauenpower
 
Wesentlich überraschender waren die Ergebnisse in den von zwei jungen Damen dominierten Prüfungen. Insbesondere im Trabreiten hatten nur wenige mit dem scheinbar formschwachen Cramer Flevo gerechnet, obwohl in dessen Sattel mit Angeline Batist eine der besten Reiterinnen Hollands Platz genommen hatte und der Wallach zusätzlich vom Branchendienst trab-inside.de als „Außenseiter des Tages“ nominiert worden war. Nach einem spannenden Endkampf, bei dem Cramer Flevo auf der Ziellinie die Nase gegen die lange das Bild bestimmenden Rio Chico und Viva la Marc vorn hatte, konnte sein Anhang die lohnende Quote von 208:10 kassieren. Pech hatte dagegen Charlie PM, der zwischen dem kämpfenden Trio die entscheidende Passage gefunden hatte, aber mit dem Sieg vor Augen über die Ziellinie galoppierte. Auch im Rennen der Franzosen sah es lange nach einem Favoriteneinlauf aus, bevor die in Sattel wie Sulky gleichermaßen talentierte Lea Ahokas nach einer souverän vorgetragenen Schlussattacke mit Baliverne Buroise (144:10) die weitaus höher eingeschätzten Casanova d’Amour und Chance Classique auf die Verliererstraße schickte. Auch der allererste Sieger des Abends hatte eine weibliche Note: Katharina Merz, Trainerin des mit Heinz Wewering nach dem frühen Ausfall der hohen Favoritin Easter Smart überlegen erfolgreichen Speed of Moor, feierte am Freitag Geburtstag. 
 
Einen Doppelerfolg verpasste der holländische Nachwuchsstar Jaap van Rijn mit viel Pech, denn nachdem Gian Luca Pasel wieder auf die Siegerstraße zurückgekehrt war, kam die haushohe Favoritin Gotta Jibboo zu spät auf freie Bahn, um das Blatt gegen die rechtzeitig enteilte Floor Charisma (Roland Hülskath) noch wenden zu können. Dagegen wurde Ex-Amateurchampion Jörg Hafer mit SJs Sunday der hohen Einschätzung der Wetter mühelos gerecht, als er den Hengst zwar erst auf der zweiten Hälfte des Weges einsetzte, aber trotzdem schon zu Beginn der Endgeraden als Sieger feststand.
 
Gesamtumsatz: 343.148,25 Euro - Bahnumsatz: 198.325,00 Euro - Außenumsatz: 144.823,25 Euro