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Tietz und Holzschuh beherrschen den Saisonauftakt

Tietz und Holzschuh beherrschen den Saisonauftakt

Nachschau Berlin-Mariendorf, 09.01.2022
 
Beide Profis gewinnen insgesamt sechs Rennen. Lediglich Manfred Zwiener und Thomas Panschow halten ein wenig dagegen. Die erste Berliner Amateurprüfung des Jahres holt sich Sarah Kube in der Tagesbestzeit.   
 
Am Sonntag standen neben neun Rennen vor allem diejenigen Aktiven im Mittelpunkt, die in den vergangenen zwölf Monaten dem Geschehen auf der Derby-Bahn kräftig ihren Stempel aufgedrückt hatten: Die Mariendorfer Champions wurden geehrt! Zum ersten Mal in der langen Geschichte der 1913 eröffneten Bahn gab es bei diesem feierlichen Anlass eine überdeutliche feminine Note. Denn in der Mehrzahl der Wertungsrubriken waren weibliche Aktive erfolgreich. Karin Walter-Mommert, Margitta Föllmer und die ebenso wie der alte und neue Trainer-Champion Wolfgang Nimczyk sowie die beiden „Traber des Jahres“ Days of Thunder und Paris Turf nicht vor Ort weilende Emma Stolle setzten sich in den Besitzer-, Züchter und Amateur-Sparten durch. Der Titel als bester Berufsfahrer ging erwartungsgemäß an den Deutschen Meister Michael Nimczyk, der 58 seiner insgesamt 188 Saisontreffer auf der Mariendorfer Piste erzielt hatte. 
 
Bei der von Nicolai Laaser im Winner-Circle moderierten Ehrung fand vor allem Karin Walter-Mommert – angesprochen auf ihren neuen vierbeinigen Superstar Tetrick Wania und weitere imposante Saisonsieger ihres Rennstalles – berührende Worte. „Natürlich prägen sich diese Erfolge ins Gedächtnis ein und man genießt die schönen Momente. Aber es gibt viele andere Dinge, die mich ebenso  bewegen: Der tiefe Dank zum Beispiel, den ich empfinde, wenn sich ein Pferd von einer schweren Krankheit erholt hat. Die innere Ruhe, die ich spüre, wenn ich unsere Traber-Rentner auf der Koppel beobachte. Dies ist zumeist viel wichtiger als das Resultat eines Rennens. Und es gibt Pferde, die für immer in meinem Herzen behalte und die manchmal sogar Schicksal gespielt haben – wie mein unvergessener lion. Ohne ihn hätte ich meinen Mann Uli niemals kennengelernt.“             
        
Die maßgeblich von der Corona-Krise beeinflusste Saison 2021 ist nun also Geschichte. Umso mehr haben sich sämtliche geehrten Lokalmatadoren und alle anderen Aktiven aber offenbar für das neue Jahr vorgenommen. Dies gilt natürlich auch für Thorsten Tietz. Bereits im Vorfeld war beim Blick auf die Starterfelder zu vermuten, dass der mehrmalige Berliner Champion eine prominente Rolle spielen würde. Denn der Silberhelm hatte eine ganze Reihe ausgezeichneter Pferde für die Veranstaltung genannt und konnte gleich das erste Berliner Trabrennen des Jahres 2022 auf seinem Erfolgskonto verbuchen. Nämlich mit dem 1,3-Topfavoriten Karel G Greenwood, der rasch an die Spitze beordert wurde und die Lage jederzeit souverän im Griff hatte. Gefährlich wäre dem Russel November-Sohn wohl höchstens Prigana (Michael Nimczyk) geworden. Doch die Angreiferin erlaubte sich im letzten Bogen eine Galoppade und war damit aus der Partie.  
 
Seinen nächsten Sieg verwirklichte Thorsten Tietz dann mit Lopetegui. Der Hengst, der nach zwei Starts weiterhin über eine blütenreine Weste verfügt, ging sofort nach vorne und traf nicht auf nennenswerte Opposition. Harlington Gibor (Dennis Spangenberg) mühte sich in der Außenspur als Zweiter zwar redlich, konnte aber keinen entscheidenden Druck ausüben. Auch sein dritter Tagestreffer war für Thorsten Tietz eine glasklare Angelegenheit. Mit Dexter CG ließ sich der Silberhelm alle Zeit der Welt und setzte seinen Schützling erst beim Einbiegen in den Einlauf entscheidend ein. Der Rest war für den fünfjährigen Wallach nur noch eine reine Formsache.      
 
Jochen Holzschuh agiert seit Langem in bärenstarker Verfassung. Ein ausgezeichneter fünfter Rang in der bundesweiten Jahreswertung 2021 ist der beste Beweis dafür. Mit Dieter Kerbaums Pergamon S ging der Profi nun erneut auf eine Ehrenrunde. Nachdem der Hengst an seinem Hauptgegner Bugatti SS (Thorsten Tietz) vorbei die Führung erkämpft hatte, geriet er nicht mehr in Gefahr, denn sein Konkurrent fand im Einlauf keinen Freiraum mehr für eine Attacke und blieb unter Wert geschlagen. Mit Racing in Time musste Holzschuh dagegen wesentlich mehr Arbeit leisten, denn der Sechsjährige, der auf dem Schlusskilometer an vierter Position außen gelegen hatte, musste sich gewaltig strecken, um den erstaunlich starken Riesenaußenseiter Elyan Ray (Thomas Heinzig), der trotz eines Verlaufs in zweiter Spur auf der Zielgeraden die Nüstern in Front gesteckt hatte, noch abzufangen. Wie bitter für das Stall- und Besitzerteam von Elyan Ray, dass ihr Vierbeinerstolz im Eifer des Gefechts dann leider über die Linie sprang – er hätte den Ehrenrang mit solch einer tollen Leistung wahrlich verdient gehabt!  
 
Für Jochen Holzschuh war nach dem Erfolg von Racing in Time dagegen längst nicht Schluss, denn er langte noch ein drittes Mal zu. Und zwar mit Grietje, die von der Spitze aus keinen Geringeren als Manfred Zwieners Jubiläumssieger Feeling Sky bezwang. Doch trotz dieser Niederlage ging es für „Manne“ wenig später mit dem 3501. Sieg seiner Karriere weiter. Die Rennkonstellation war nahezu identisch, denn auch hier lag Jochen Holzschuh – diesmal mit Casanova d’Amour – in Führung. Doch im Gegensatz zu seiner Fahrt mit Feeling Sky konnte Zwiener mit Harley As, der zuvor einen klaren Formanstieg gezeigt hatte, den Spieß aus der Innenlage heraus umbiegen. Auch Thomas Panschow konnte der Dominanz von Tietz und Holzschuh etwas entgegensetzen. Er gewann mit Marjan, die diesmal ausnahmsweise nicht ihre Startqualitäten ausspielte, sondern erst auf der Schlusshalben richtig auf Touren kam. Da sich ihre Hauptgegner Galoppaden geleistet hatten, wurde der Rest für sie zur reinen Pflichtaufgabe.                
 
Eine der neun Prüfungen war für die Amateure vorbehalten – und sie wurde zu einer Gala für Sarah Kube und Dan CG. Der Wallach verkniff sich diesmal alle Eskapaden und harmonierte mit der mehrfachen Deutschen Meisterin, die ihn erstmalig im Rennen steuerte, einfach perfekt. Als ihm Sarah Kube mit Erreichen der Gegenseite den Kopf freigegeben hatte, schoss Dan CG wie ein Blitz am gesamten Feld vorbei und stürmte in der Tagesbestzeit von 14,9/1.900m mit dreieinhalb Längen Vorsprung vor San Pardo (Sebastian Gläser) über die Linie. Ein überlegener Erfolg!         
 
Gesamtumsatz: 134.126,86 Euro.  Bahnumsatz: 29.843,50 Euro. Außenumsatz: 104.283,36 Euro.  
 
Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 23. Januar statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Die Starterangabe, die Sie auch online auf www.rennbahn-berlin.de vornehmen können, ist am Montag, dem 17. Januar. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@rennbahn-berlin.de