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»Juni-Pokal« für Dean Bros

»Juni-Pokal« für Dean Bros
Nachschau Gelsenkirchen, 19.06.2020
 
Der Zehnjährige behauptet sich im Gelsenkirchener Hauptereignis gegen Super Queen C und Urbanio – Erfolgreicher Fluchtversuch von Giant Starlake im Trabreiten – Highspeed Aresy stiehlt zwei hochkarätigen Vierjährigen die Show – Jaap van Rijn und Roland Hülskath tragen sich zweimal in die Siegerliste ein(GelsentrabPR) – Keinesfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wegen der Corona-Schutzmaßnahmen aber erneut ohne Bahnpublikum, wurde am Freitag bei Gelsentrab der zweite von drei Juni-Renntagen durchgeführt. Ab 16.30 Uhr bekamen die Traberfans in den Wettannahmestellen und bei den entsprechenden Internetanbietern gleich elf Prüfungen geboten. Den Mittelpunkt bildete ein aus drei Bändern gestartetes »Frei für alle«, also eine Partie ohne Gewinnsummenbeschränkung für die Teilnehmer.
 
Mit Schwung in die Lücke
 
Favorit des 3.200 Euro-Mitteldistanz-Rennens war der siebenjährige Hengst Urbanio (10), für den der niederländische Top-Trainer Hugo Langeweg verantwortlich zeichnet und Landsmann Jaap van Rijn als Fahrer verpflichtete. Die Nummer zwei der Gelsenkirchener Fahrerstatistik (aktuell ein Zähler hinter Deutschlands Champion Michael Nimczyk) hatte Urbanio bereits beim Jahresdebüt Ende Mai zu einem beachtlichen Erfolg in einer vielleicht noch etwas schwierigeren Prüfung geführt. Dieses Mal sollte es für das favorisierte Gespann jedoch nicht für den Platz ganz vorne reichen, wozu der Rennverlauf im »Wettstar-Juni-Pokal« ein ganzes Stück beigetragen haben dürfte.
 
Die nach rund 650 Metern an Dean Bros (3/Jeffrey Mieras) vorbei an die Spitze dirigierte Super Queen C (7/Stefan Schoonhoven) hatte es zunächst keinesfalls eilig, legte nach einer mäßigen Eröffnung in 1:17,0 auf dem zweiten Quarter ebenfalls eine 17er-Zeit vor und hielt nach 1:14,4 für Teilstück drei eigentlich alle Trümpfe in der Hand, um innerhalb von zwei Wochen den zweiten Volltreffer in Folge zu markieren. Doch schon 200 Meter vor dem Pfosten kamen bei einigen Beobachtern Zweifel auf, denn Super Queens Schatten, Dean Bros, hatte ganz offensichtlich noch etliche Reserven im Tank und wartete nur darauf, dass das Tor, welches der außen herum tapfer kämpfende aber nachlassende Khalid öffnete, weit genug aufgeht, um die finale Attacke anzusetzen.
 
Einmal auf freie Bahn gelangt, schloss der mit 25 Metern Vorsprung auf die Reise gegangene Zehnjährige im Handumdrehen zur Pilotin auf, bekam diese auf den letzten Metern sogar noch recht sicher in den Griff und brachte somit den ersten Saisonerfolg unter Dach und Fach. Für den auf dem dritten Band gestarteten Urbanio ging es bei 1:10,5er-Tempo für die letzten 500 Meter hingegen recht früh nur noch um das zweite Geld, welches die wie immer aufopferungsvoll kämpfende Super Queen C ihm natürlich nicht freiwillig überlassen wollte. Die Stute stemmte sich mit allen Mitteln gegen den Schlussangriff des Adrian Chip-Sohnes und rettete schlussendlich eine Hals-Länge über die Linie. Mit Khalid auf Rang vier zahlte die Viererwette 11.558:10. Wer Dean Bros als letzten Sieger auf seinem V6-Schein angekreuzt hatte, wurde für seine Spürnase sogar mit einer sechsstelligen Quote belohnt: 124.632:10.
 
Ausreißversuch geglückt
 
Erheblichen Anteil am Zustandekommen des »dicken Topfs« hatte sicher auch das Trabreiten, in dem ein Außenseiter aus den Niederlanden den hoch gelobten Favoriten in die Suppe spuckte. Giant Starlake (3/Susan Wiedijk) wusste seinen Startvorteil bestens zu nutzen und fand sein Heil in der Flucht. Im ersten Bogen nach dem Aus für Icaria Classic (2/Audrey Dengis) »unblutig« in Front gelangt, ließ es der Wallach aus dem Trainingsquartier von Rob de Vlieger mächtig kesseln und erarbeitete sich mit einem zweiten Teilstück in offiziell gemessenen 1:09,4 einen beträchtlichen Vorsprung, den er auch mit auf die Zielgerade nahm und mühelos über die Linie brachte. Totofavorit Napa Valley (12/Hanna Huygens) hatte die Beine offensichtlich viel zu spät in die Hand genommen und erreichte den Pfosten letztlich volle neun Längen hinter dem 181:10-Ausreißer, für den der Sattelerfolg den ersten Treffer 2020 bedeutete, aber immerhin noch deutlich vor Gibson Boko (5/Angeline Batist) und dem müden Garry (10/Ronja Walter).
 
Verblüffend stark
 
Mit einer faustdicken Überraschung endete auch der mit Spannung erwartete »Preis von Essen«, in dem man eigentlich auf ein Duell zwischen der letztjährigen »Stutenderby«-Siegerin La Grace (11/Michael Nimczyk) und dem im »Blauen Band« 2019 sechstplatzieten Juan Les Pins (10/Jaap van Rijn) gehofft hatte, am Ende aber Highspeed Aresy (4/Caroline Aalbers) verblüfft Beifall klatschen musste. Die nach einem dritten Rang beim Saisoneinstand in Mönchengladbach am Totalisator bei 158:10 notierende Stute scheute sich bei extrem langsamer Fahrt nicht, die Nase früh nach außen in den Wind zu stecken und damit die Lokomotive für das – ob der scheinbaren Einladung der führenden Honesty Newport (7/Robbin Bot) – erstaunlich passive Favoritenduo zu spielen.
Richtig zur Sache ging es dann erst im Zieleinlauf, wo Highspeed Aresy die Pilotin schnell einsammelte und selbstverständlich erst gar nicht daran dachte, ihren Verfolgern das Feld zu überlassen. Ganz im Gegenteil: Die zierliche Holländerin strebte im 1:10er-Highspeed-Tempo einem sicheren ersten Deutschland-Erfolg entgegen und überließ den beiden Vierjährigen nur noch das Gerangel um Platz zwei. Den erkämpfte sich letzten Endes Juan Les Pins, der nach seinem Volltreffer im »Derby«-Vorlauf nun weiterhin auf seinen dritten Karriere-Sieg warten muss.
 
Zwei Doppelsieger
 
Besser lief es für den Fahrer des Unforgettable-Halbbruders. Jaap van Rijn punktete gleich zu Beginn mit der gleichfalls zu den Zöglingen von Arnold Mollema zählenden Knock on Wood (6), die beim ersten Karriere-Start durchaus Talent zeigte und Hoffnungen auf eine gute Dreijährigen-Saison schürte, um sieben Rennen später mit dem Langeweg-Schützling Jello W (2) etwas glücklich nachzulegen.
 
Einen guten Tag erwischte auch der fünffache deutsche Berufsfahrer-Champion Roland Hülskath im GelsenTrabPark. Der Krefelder trumpfte im »Preis von Bottrop« mit dem Fuchswallach Iron Fox (6) auf und überraschte später mit dem Timoko-Sohn Giantissimo (6), der nach ständiger Führung in der Entscheidung sichtbar mit sich und der Gangart kämpfte, den 13:10-Topfavoriten Kentucky Lobell (5/Jaap van Rijn) aber dennoch in Schach hielt.
 
Nach dem Freitag-Programm muss man in Gelsenkirchen nicht lange auf die nächsten Trabrennen warten. Bereits am kommenden Dienstag hat Gelsentrab auf der Anlage am Nienhausen Busch sechs Prüfungen im Angebot. Der erste Startschuss fällt dann um 16.10 Uhr. Die ersten vier Partien tragen das Qualitätssiegel »PMU« und werden dementsprechend in Kooperation mit dem französischen Wettmulti offeriert.