Ein neuer und ein bekannter Hoffnungsträger

Ein neuer und ein bekannter Hoffnungsträger
Nachschau Gelsenkirchen, 01.06.2019

Jason Dragon unterstreicht seine »Derby-Ambitionen« ­– Der Gerrits-Traber dominiert im »Wettstar-Orakel« – Toto-Favoritin Klingande enttäuscht als Fünfte – Emilion begeistert mit neuem Gelsentrab-Saisonrekord – Michael Nimczyk siegt auch mit Rheingold

(GelsentrabPR) – Bevor am Sonntag der »Erenja-Familienrenntag« für großen Zuschauerandrang sorgen soll, erlebten die Zuschauer im GelsenTrabPark am Samstagmittag ein sportlich stark besetztes Acht-Rennen-Programm, das dank der eingespielten Kooperation mit dem französischen Wett-Multi PMU Rennpreise von insgesamt 30.000 Euro bereithielt.

Ein weiterer Derby-Kandidat

Mit vollen 8.000 Euro am meisten Geld zu verdienen gab es ausgerechnet für Pferde, die bis dato keine großen Töpfe geleert und noch nicht mehr als 4.000 Euro auf dem Konto hatten, aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur aktuellen Derby-Generation aber auf einen Start im wichtigsten Rennen Deutschlands hoffen dürfen.

Das größte Talent sprachen die Wetter einer Stute zu, die bei ihrem Debüt vor dreizehn Tagen mächtig zu beeindrucken wusste und das volle Vertrauen von Rekord-Champion Heinz Wewering genießt. Klingande konnte die hohen Erwartungen am Totalisator (15:10) dieses Mal jedoch nicht erfüllen. Wewering schickte die Kataja-Halbschwester vor den Tribünen zwar konsequent an die Spitze des elfköpfigen Feldes, bekam dort jedoch recht schnell den Druck von Top-Herausforderer Jason Dragon (Erwin Bot) zu spüren und stand schon zu Beginn des Zieleinlaufs auf verlorenem Posten. Während der Angreifer aus dem Quartier der Gerrits Recycling Group munter voranstiefelte und seine persönliche Bestzeit bis zum Pfosten um zwei Sekunden auf 1:14,8 / 2.000 Meter verbesserte, konnte Klingande keine Reserven mehr mobilisieren und endete als Fünfte letztlich enttäuschend.

Jason Dragon blieb damit auch beim dritten Engagement unbesiegt und musste seine Grenzen gegen Maranello (Dion Tesselaar), den 1070:10-Außenseiter Make me happy P (Roland Hülskath) und Jet Flevo (Henk Grift) noch nicht offenlegen. Entsprechend zuversichtlich zeigte sich Trainer und Fahrer Erwin Bot nach dem »Wettstar-Orakel« und lieferte die Erklärung für die nicht von jedem erwartete deutliche Steigerung seines Schützlings gegenüber den beiden ersten Auftritten gleich mit: Veränderungen am Beschlag und an der Anspannung. Bis zum anvisierten Start im »Deutschen Traber-Derby« soll Jason Dragon nun noch zwei bis drei weitere Starts absolvieren.

Emilion »frisst« die Gegner

Der eigentliche Star des Mittags war jedoch nicht der mit 4.000 Euro belohnte Dreijährige, sondern »St. Leger«-Sieger Emilion (Michael Nimczyk), der für seinen viel versprechenden Erfolg in der »Wettstar-Juni-Trophy« zwar nur die Hälfte gutgeschrieben bekam, dafür aber gleich mal einen neuen Saisonrekord aufstellte. Mit 1:12,8 / 2.000 Meter war der Hoffnungsträger aus dem Besitz von Ulrich Mommert der erste Traber, der in diesem Jahr in Gelsenkirchen unter der Marke von 1:13 blieb, womit das Ende der Fahnenstange freilich noch lange nicht erreicht war.

Nach gewohnt schwachem Start, der jedoch erheblich besser war als zuletzt in Wolvega, machte sich Emilion auf der Tribünengeraden mit großen Schritten auf den Vormarsch und bezog Stellung an der Außenseite von Jackpot Vrijthout (Stefaan Stevens). Der hielt, bestärkt durch seinen tollen Erfolg beim Deutschland-Debüt vor knapp zwei Wochen nach Kräften dagegen, musste die Übermacht des Vierjährigen aber schon im Schlussbogen anerkennen und bis zur Linie noch drei weitere Konkurrenten vor sich dulden. Völlig unberührt davon trommelte Emilion einen Schlussabschnitt von 1:10,5 auf die schnelle Piste und verteidigte seine weiße Gelsentrab-Weste mit Bravour.

Dabei waren die deutlich zurück folgenden Wettbewerber alles andere als Fallobst. Insbesondere der ein Jahr ältere Baxter Hill (Josef Franzl) zählt zu den Leistungsträgern des deutschen Trabrennsports, konnte volle sechs Längen zurück aber nicht mehr als den zweiten Platz klar vor General Lee (Rob de Vlieger) und Candyman Hornline (Robbin Bot) sicherstellen.

Kleines Trostpflaster nach der Weltmeisterschaft

Neben Emilion durfte Michael Nimczyk mit dem Debütanten Rheingold einen weiteren Vierbeiner in den Winner Circle lenken, womit der »Goldhelm« der einzige Doppelsieger der bei strahlendem Sonnenschein ausgetragenen Veranstaltung war und ein wenig Trost fand für sein Abschneiden bei der »Weltmeisterschaft der Trabrennfahrer« in Schweden. Nach insgesamt 24 Läufen belegte der erfolgreichste deutsche Sulkyprofi dort nur den zehnten von zwölf Plätzen. Besser lief es für Hollands Vertreter Rick Ebbinge. Mit einem starken Schlussspurt auf der fünften und letzten Etappe am Freitag in Gävle holte der 34-jährige sich den Titel vor Yannick Gingras (USA) und Ulf Ohlsson aus dem Gastgeberland.