Jaap van Rijn fährt am schnellsten

Jaap van Rijn fährt am schnellsten
Nachschau Hamburg-Bahrenfeld, 16.01.2019


Das kompakte sechs-Rennen-Programm, mit dem am Mittwoch die Bahrenfelder Saison 2019 eröffnet wurde, brachte nicht nur ansprechenden Sport, sondern war von zwei Arten von Siegertypen geprägt: solchen, die den jüngsten Aufwärtstrend unbeirrt fortsetzten, und solchen, die sich eindrucksvoll für kürzliches Scheitern entschädigten.
 
Der Champion zum Auftakt
 
Standesgemäß begann Michael Nimczyk, 2018 sowohl auf Bundesebene wie auch in Hamburg einmal mehr mit deutlichem Vorsprung siegreichster Fahrer der Saison gewesen, das neue Rennjahr. Mit Holland Hazelaar sorgte er von Beginn an für klare Verhältnisse und hängte in Bestätigung des gezeigten Aufwärtstrends beim dritten Start nach der Pause die um den Ehrenplatz kämpfenden Milkos, Edrigo d’Eam und Iniesta Bros mit dem Richterspruch „überlegen“ ab. Zu einer noch beeindruckenderen Demonstration setzte anschließend der mehrfach am Rennverlauf gescheiterte Ex-Seriensieger Larsson an. Heiner Christiansen ließ den Hengst frühzeitig richtig „treten“ und erreichte das Ziel sieben Längen vor der vom speedstarken Berliner Herbie Dot angeführten Konkurrenz. „Der fühlte sich heute richtig gut an, das hatte ich schon im Heat gemerkt“, ließ der vielfache norddeutsche Meister bei der Siegerehrung in Vorfreude auf weitere Saisontreffer verlauten.
 
Doppel für Jaap van Rijn
 
Die V6-Wette wurde von vier klaren Favoriten und zwei etwas länger am Toto stehenden Pferden von Jaap van Rijn bestimmt. Der vermehrt nicht nur als begnadeter Fahrer, sondern auch als selbständiger Trainer auf sich aufmerksam machende Niederländer punktete in einer sehr offenen Prüfung zunächst mit Jolie Coer für lohnende 67:10. Zuletzt in bester Haltung im Schlussbogen in Front von den Beinen geraten, ließ sich van Rijn mit der Stute diesmal im Mittelfeld alle Zeit der Welt, setzte erst aus dem letzten Bogen heraus mit großen Schritten zum Endspurt an und war in der Tagesbestzeit von 1.15,6 im Handumdrehen überlegen. Weniger spannend ging es beim zweiten Fahrererfolg zu, der mit Freedom Fighter realisiert wurde. Früh an der Spitze erschienen, wurde der Wallach mit neuen Längen Vorsprung zum deutlichsten und in 1.16,3 zweitschnellsten Sieger des Abends, während Seriensieger Duglas in der nach einigen lukrativen Treffern nun neuen Gewinnklasse als Dritter erstmals seit langer Zeit wieder eine Niederlage hinnehmen musste.
 
Vor weiteren Erfolgen
 
Dass Jaap van Rijn nicht nur gewinnen, sondern auch selbstkritisch sein kann, war eine angenehme Erkenntnis beim zweiten Siegerinterview: „Das Pferd war gut, aber der Fahrer schlecht“, resümierte er zum Auftritt von Capten Jack H im Rennen vor Freedom Fighter. Mit dem im Hintertreffen liegenden Hengst hatte van Rijn vor dem Schlussbogen eine Passage entdeckt, die sonst niemand gesehen hatte, und war beim Versuch, sich dort durchzumogeln, auf einen Vordermann aufgeprallt, was auch schlimmere Folgen als nur dessen Schreck und die Galoppade von Capten Jack H hätte haben können. Davon unbeeindruckt, zog vorne der jetzt vierfache Seriensieger L.A.Confidential mit Kornelius Kluth einsam seine Kreise und erhärtete den Eindruck, dass er noch lange nicht am Ende seiner Möglichkeiten angelangt ist.
Das trifft uneingeschränkt auch auf den zuletzt in Gelsenkirchen sehr unglücklich gescheiterten Out of the Slums zu. Andre Pögel, extra für diese eine Fahrt aus Berlin angereist, nahm im abschließenden Amateurfahren in einer höllisch schnellen Anfangsphase die Führung, suchte sich wenig später ein Führpferd und machte bei der Konterattacke in der Zielgeraden innerhalb weniger Meter alles klar. Auch von diesem Hengst wird man in Zukunft noch mehr sehen.
 
Nach der sechswöchigen Winterpause geht es in Bahrenfeld erst am 3. März weiter, wenn im Rahmen einer Sonntagveranstaltung auch die Bahnchampions offiziell geehrt werden.