Ein Juwel für Daniela Fellner

Ein Juwel für Daniela Fellner
Nachschau Berlin-Mariendorf, 23.12.2018

Mit der Stute Tiffany Diamant gewinnt die bayerische Amazone das letzte große Ereignis der Mariendorfer Trabrennsaison 2018.  

Mariendorf, 23. Dezember.


Es ist mittlerweile zu einer Tradition geworden: Unmittelbar vor dem Fest steht stets der Weihnachtspokal der Amateure auf dem Programm. Diesmal war das Standardrennen inklusive der beiden Vorläufe mit 13.000 Euro Preisgeld dotiert und das wettende Publikum lag goldrichtig mit seiner Entscheidung, im Finale Daniela Fellner und Tiffany Diamant auf den 19:10-Favoritenthron zu hieven. Die Stute aus dem Besitz von Max und Andreas Schwarz hat sich unter der Obhut ihres Trainers Victor Gentz immer mehr zu einer festen Größe entwickelt und auf dem Mariendorfer Rechtskurs scheint sich die kleine Schwester der Pocahontas Diamant (69.324 Euro) ohnehin pudelwohl zu fühlen. Das Verhältnis zu ihrer Fahrerin ist sowieso als Liebe auf den ersten Blick zu bezeichnen. Denn es ist keine Frage: Daniela Fellner und Tiffany Diamant bilden ein Dreamteam. Ein Fakt, der eindrucksvoll von der Statistik untermauert wird. Sie sind bei ihren gemeinsamen Auftritten bisher ungeschlagen.

Weder die Amazone noch die Fans brauchten im Finallauf allzu sehr zu zittern, denn nachdem die im ersten Band aufgestellte Favoritin die für sie völlig ungewohnte Startmethode problemlos bewältigt hatte, entwickelte sich der Verlauf ganz nach Maß. Tiffany Diamant war vor den Tribünen bereits an dritter Position außen auszumachen. Daniela Fellner überließ dann zwar Bonjour Ganyboy AM (Linda Matzky) die Rolle des Angreifers auf den Piloten Mon Filou (Chantal Solhart). Aber Tiffany Diamant war sofort wieder auf dem Posten, als es zur Sache ging. Mitte der Zielgeraden war der Sieg endgültig in Sack und Tüten, denn der mittlerweile an die Spitze gestürmte Bonjour Ganyboy AM konnte nicht mehr entscheidend gegenhalten. In 16,9/2.000m stiefelte Tiffany Diamant zu einem überaus leichten Zweieinhalb-Längen-Sieg, während Bonjour Ganyboy AM noch den finishstarken Mon Filou sowie den aufgrund seiner Zulage erst spät aufgerückten Fast and Furious (Jörg Hafer) vorbeilassen musste. Lovers Hall (Sarah Kube) holte sich das fünfte Geld.  

Ihre Klasse hatte Tiffany Diamant bereits im Vorlauf bewiesen. Besonders auf dem zweiten Kilometer macht der Braunen keiner etwas vor. Die Stute zog auf der Gegenseite von hinteren Regionen aus im Rush an die Seite des führenden Here I am (Jörg Hafer) und sehr sich der Pilot auch mühte – er konnte die 15,3/1.900m trabende Gegnerin nicht halten. Im Endlauf trat Here I am allerdings nicht an. Im anderen Vorlauf gab es eine faustdicke Überraschung durch den 172:10-Außenseiter Bonjour Ganyboy AM, der dort noch von seinem Besitzer Andreas Marx gesteuert wurde. Der Amateur, der die Fahrleine im Finale aufgrund starker Kreuzschmerzen an Linda Matzky abgeben musste, verpasste seinem Vierbeinerstolz einen wahren Traumverlauf. Nach fünf Ehrenplätzen hintereinander wurde Bonjour Ganyboy AM mit einem vollen Erfolg belohnt. Nach einem guten Start lag der Wallach zunächst an dritter Stelle innen.  Andreas Marx schaute sich das Duell zwischen dem führenden Falco (André Pögel) und dem außen aufmarschierten Fast and Furious, der ebenso wie im Finale von Jörg Hafer gesteuert wurde, in aller Seelenruhe an. „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“ – so lautete das Motto auf der Zielgeraden, als Andreas Marx sein Pferd nach außen genommen hatte und an den Kontrahenten vorbeizog. Hinter dem 15,2/1.900m trabenden Bonjour Ganyboy AM gab Fast and Furious Falco für den Ehrenplatz Falco knapp das Nachsehen. 

Das Rahmenprogramm des Weihnachts-Pokals hatte ebenfalls einiges zu bieten. Eine bärenstarke Leistung lieferte der von Victor Gentz präsentierte Nordmann ab. Der Hengst pirschte sich auf der Tribünengeraden in zweiter Spur an die Spitze heran und ging aus dem Rosenhofbogen heraus endgültig nach vorne. Obwohl er in dieser Phase eine ganze Menge tun musste, zeigte der Dunkelbraune nicht die geringsten Ermüdungserscheinungen und verabschiedete sich in der Tagesbestzeit von 14,0/1.900m sogar überlegen von den Gegnern. Der „Mann in Grün“ punktete wenig später auch mit Genever (137:10), der seinem Ruf als konditionsstarker Dauerläufer alle Ehre machte. Der Ready-Cash-Sohn wurde auf der letzten halben Runde immer druckvoller und ging im Einlauf leichtfüßig an dem 10:10-Ultrafavoriten Ear to Earth (Michael Nimczyk).vorbei.

Zu einer ganz lockeren Angelegenheit entwickelte sich die Angelegenheit für den von Michael Nimczyk gesteuerten 12:10-Topfavoriten Skyfall. Der Wallach ging von der Grundmarke aus früh nach vorne und behielt seine Verfolger souverän im Griff. Eine beeindruckende Visitenkarte gab ebenfalls die erst dreijährige Meghan Trainor in der Hand des Deutschen Meisters ab. Michael Nimczyk beorderte die Stute sofort an die Spitze. Aus dieser Position heraus schaltete und waltete er ganz, wie er wollte. Meghan Trainor setzte sich auf der Zielgeraden mit zwei Längen Vorsprung vom Feld ab und steht vor einer hoffnungsvollen Zukunft.  Weniger gut lief es für den Goldhelm mit dem für nahezu unschlagbar gehaltenen Diego du Bellay (10:10), der diesmal nur ein Schatten seiner selbst und kaum auf den Beinen zu halten war. Kurz vor der Ziellinie verlor der Franzose endgültig das Geläuf und überließ den Sieg seinem Verfolger Cash de Mortree, der mit Michael Hönemann im Sulky zur Sensationsquote von 362:10 auftrumpfte.             

Für Peter Platzer wurde die Stippvisite in der Hauptstadt zu einem gelungenen Ausflug, denn der bayerische Amateurfahrer zeigte den Profis, was Sache ist, und punktete mit Very Special One zum fünften Mal hintereinander. Der Hengst profitierte von einem Maßverlauf als zweites Pferd innen und wird mit Sicherheit noch viele weitere Treffer folgen lassen. Thomas Heinzig steuerte Merete zum ersten Saisonsieg. Die Stute erwischte aus dem Band heraus einen guten Start. Die Fünfjährige wurde dann zwar von einem Gegner passiert, ging aber Ende der Gegenseite erneut nach vorne und hielt den Angreifer Hallo Bo (Katherina Kramer) knapp in Schach. Das letzte Mariendorfer Rennen des Jahres 2018 ging an ein Team, das sich diesen Treffer wahrlich verdient hat. Denn ohne eine Galoppade wären Manfred Zwiener und Jilliane schon 14 Tage zuvor in den Winner-Circle eingezogen. Diesmal verkniff sich Joachim Birkes Stute alle Fehltritte und münzte den Auftritt, nachdem sie unterwegs lange an dritter Stelle postiert war, in einen grandiosen Fünf-Längen-Triumph um. Ganz erstaunlich war ihre Siegquote von 155:10, die maßgeblich dazu beitrug, dass die V5-Wette nicht getroffen war und ein Jackpot in Höhe von 3.374 Euro entstand.

Gesamtumsatz: 158.071,13 Euro – Bahnumsatz: 53.348,00 Euro – Außenumsatz: 104.723,13 Euro. 

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 6. Januar statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Starterangabe für diesen Renntag ist am Freitag, dem 28. Dezember. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@berlintrab.de. Bitte denken Sie daran, dem HVT rechtzeitig die Lizenz-Anträge für das Jahr 2019 zurückzusenden - sonst ist keine Teilnahme an dieser Veranstaltung möglich! Fahrer, deren Antrag (inklusive Versicherungsbescheinigung) zum Zeitpunkt der Starterangabe nicht vorliegt, können nicht angenommen werden.