Nimczyk und kein Ende

Nimczyk und kein Ende
Nachschau Gelsenkirchen, 18.11.2018

Fünf Erfolge für Michael Nimczyk – Vater Wolfgang zeichnet für sieben Sieger als Trainer verantwortlich – Schubert gibt nach langer Pause gleich wieder den Ton an – Überraschung im Trabreiten – »Amateur-Trophy«-Finalisten stehen fest

(GelsentrabPR) – Die Rennbahn in Gelsenkirchen ist bei den deutschen und niederländischen Traberställen nach wie vor beliebt. Gleich dreizehn Prüfungen boten den treuen Besuchern im GelsenTrabPark am Sonntag mehr als genügend Futter für ihre Wetten, auch wenn man ein absolutes Highlight im umfangreichen Programm vergeblich suchte.

Totale Dominanz

So war es einmal mehr der inzwischen zum Dauer-Champion aufgestiegene Michael Nimczyk, der zum Topstar der Veranstaltung wurde. Nach vier Volltreffern am Donnerstag in Hamburg gelangen dem Willicher am Nienhausen Busch gleich fünf Siege, sein Vater Wolfgang durfte sich am Ende des langen Nachmittags gar über sieben Zähler für die Wertung im deutschen Trainer-Championat freuen, auch wenn er diese wie sein Sohn bei den Fahrern zur Titelverteidigung gar nicht mehr nötig gehabt hätte. Mit nunmehr 178 Siegen liegt der einstige Underdog sage und schreibe 90 Punkte vor dem zweitplatzierten Thorsten Tietz.

Sogar 110 Punkte beträgt der Vorsprung von Michael Nimczyk vor Rudolf Haller im einsamen Rennen um den »Goldhelm«. Den wird der 32-jährige am Ende des Jahres zum fünften Mal in Folge verteidigt und sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch noch eine neue Bestmarke geholt haben, denn aktuell sind auf seinem Konto bereits 191 Siege verbucht, nur einer weniger als bei seinem persönlichen Rekordjahr 2014.

Von Toscanini Diamant bis Idol

Dass er auf der Zielgeraden der Saison fest entschlossen ist, seinen beeindruckenden Triumphzug bis zum Ende fortzusetzen, zeigte Michael Nimczyk in Gelsenkirchen bereits zum Auftakt der Veranstaltung, in der er den 11:10-Topfavoriten Toscanini Diamant beim zweiten Karrierestart mühelos zum zweiten vollen Erfolg führte. Direkt im Anschluss folgte der nächste Sieg im Sulky des Schweden-Heimkehrers Sandsturm, ehe Prigana im an sechster Stelle ausgetragenen »Lümmel-Rennen« erwartungsgemäß das beste Ende für sich hatte. Hinter dem für neue Interessen von Henno Sürder laufenden Stradivari feierte Nimczyk dann seinen vierten Tageserfolg und gab der letztlich nur viertplatzierten Glayva Bros (Dion Tesselaar) bei deren Comeback klar das Nachsehen, um in der vorletzten Tagesprüfung mit der dreijährigen Idol aus dem Besitz von Onkel Hans Brocker die letzte Siegerschleife abzuholen.

Starkes Comeback

Knapp das Nachsehen hatte das Quartier Nimczyk für viele nicht ganz unerwartet in der »Wettstar-Advents-Meile«, die mit Schubert einen interessanten Rückkehrer präsentierte. Der Siebenjährige aus dem Besitz der Gerrits Recycling Group trotzte nach mehr als acht Monaten ohne Wettkampf auch der Todesspur und bestätigte damit die gute Vorbereitung, die sein neuer Trainer und Fahrer Jaap van Rijn mit ihm absolviert hatte. So sehr sich das Willicher Duo Skyfall (Michael Nimczyk) und Ginger Heldia (Robbin Bot) auch mühte, zu Fall bringen konnte es den frankreicherprobten Wallach letztlich nicht.

Start-Ziel überlegen

Eine kleine Überraschung gab es im einzigen Trabreiten des Nachmittags, in dem Lokalmatador Casanova d’Amour unter Marloes Knopp sein Satteldebüt bestritt und mit einer Galoppade in der Startphase noch wenig Begeisterung für die neue Disziplin zum Ausdruck brachte. Deutlich mehr Motivation zeigte Early Ricardo (Susan Wiedijk), der nach einigen mehr oder weniger ernüchternden Vorstellungen vor dem Wagen wie ausgewandelt wirkte, sich von Startposition sechs sofort an die Spitze des kleinen Feldes katapultierte und dort bis zum Pfosten dominierte. Volle sieben Längen trennten den Holländer am Ende von Yarrah, der beim ersten gemeinsamen Engagement mit Trabreit-Championesse Ronja Walter etwas überraschend als Toto-Favorit auf die 2.000 Meter-Reise gegangen war.

»Amateur-Trophy« im Blickpunkt

Besondere Aufmerksamkeit zogen beim einzigen Gelsenkirchener November-Renntag die Amateurfahrer auf sich. In drei Vorläufen ging es für diese um die Qualifikation zum Finale der »Wettstar-Amateur-Trophy«, das bei der nächsten Veranstaltung am 2. Dezember mit einer Dotation von 3.000 Euro ausgetragen wird. Gut beritten für das »Endspiel« ist – wie sollte es anders sein – der Stall Nimczyk, der mit Highway Fortuna und Out of the Slums (beide Thomas Maassen) zwei souveräne Vorlauf-Sieger stellte. Everlasting Fire (Silvia Raspe) gewann die andere Qualifikation und genießt in zwei Wochen den Vorteil, aus dem ersten Band starten zu dürfen.