Drei Mal Michael Nimczyk

Drei Mal Michael Nimczyk
Nachschau Berlin-Mariendorf, 22.10.2018


Der Goldhelm avanciert zum siegreichsten Fahrer des PMU-Renntages. Victor Gentz und Heinz Wewering punkten jeweils doppelt.   
Mariendorf, 22. Oktober.
An einem ziemlich kühlen und regnerischen Tag verzogen sich die dunklen Wolken über der Hauptstadt genau im richtigen Moment – nämlich rechtzeitig zum Mariendorfer Veranstaltungsbeginn. Acht lukrativ dotierte PMU-Rennen und eine mit 20.000 Euro Garantie versehene V7+ Wette standen auf dem Programm. Als erfolgreichster Akteur agierte einmal mehr Michael Nimczyk, dem drei Treffer gelangen. Der Deutsche Meister trumpfte zunächst mit Hercules Petnic auf, der sich in den zurückliegenden Monaten zu einem echten Erfolgstypen entwickelt hat. Der Vierjährige erwischte trotz der ungünstigen Nummer 14 einen blendenden Verlauf und konnte schon nach wenigen hundert Metern die Spitze übernehmen. Der Rest war für den 12:10-Topfavoriten nur noch eine Formsache. Er trabte in überlegener Manier zum sechsten Saisontriumph.
Im Trotteur-Francais-Rennen war Michael Nimczyks Schützling Diego du Bellay sogar vom Fleck weg in Front und erwies sich als einer der Stars des Abends. Der von Magdalena Kieniksman trainierte Wallach steigerte sich nämlich auf 14,8/1.900m und gewann mit drückender Überlegenheit. Das Lob seines Fahrers („Der Braune ist wirklich ein tolles Pferd!“) war daher vollauf verdient. Eine Niederlage musste Michael Nimczyk mit dem Franzosen bisher noch nicht kennenlernen – alle drei gemeinsamen Starts mündeten in einen Sieg und die Familie Kieniksman wird mit ihrem neuen Crack zukünftig sicherlich noch häufig Engagements auf deutschen Bahnen wahrnehmen. Der dritte Tagestreffer sprang für den Goldhelm unmittelbar im Anschluss auf Basis derselben Taktik mit Irma la Douce heraus. Auch die Mommert-Stute hatte sofort das Kommando ergattert. 
Mit Out of the Slums musste sich der Deutsche Meister allerdings dem von Victor Gentz gesteuerten Gustavson Be beugen. Der Juliano-Star-Sohn setzte sich in der Tagesbestzeit von 13,4/1.900m mit einer Halslänge Vorsprung gegen seinen Kontrahenten durch, nachdem er kurz vor dem Erreichen des trotto.de-Bogens die Führung übernommen hatte. Nach einem spannenden Finish lautete der Richterspruch zwar auf „Kampf“ – aber das sah Victor Gentz ganz anders: „Wenn Gustavson Be erst einmal die Spitze hat, ist er nur schwer zu bezwingen und geht immer weiter. Mir war daher nicht bange um den Sieg und ich war mir schon unterwegs sehr sicher, dass der Wallach nicht verlieren wird. Er zeigte erneut eine tolle Moral und hat alles ganz von alleine gemacht!“ Über ein weiteres Pferd durfte der „Mann in Grün“ gute zwei Stunden später mindestens ebenso strahlen, denn der offensiv eingesetzte Duglas lieferte eine Leistung ohneFehl und Tadelab und zog im Einlauf mit acht Längen Vorsprung auf und davon.
Zu einer ähnlich lockeren Angelegenheit wie dieser Auftritt von Duglas, über den sich dessen Besitzer Günther Gruber sicherlich mächtig gefreut haben wird, entwickelte sich die Fahrt von Heinz Wewering mit Howard T. Der bei 13:10 gehandelte kleine Bruder von Geronimo T schoss ebenfalls rasch an die Spitze und strampelte das Pensum eisern herunter, ohne seinen Konkurrenten den Hauch einer Chance zum Angriff zu lassen. Und was einmal so gut läuft, das klappt auch ein zweites Mal. Das muss sich Heinz Wewering wohl mit Easton AV  gesagt haben, denn Europas erfolgreichster Sulkysportler aller Zeiten führte den Vierjährigen für die Farben von Andreas Geineder  zu einem identischen Start-Ziel-Triumph.                     
Einfach nach vorne fahren und gewinnen – das war bei der Berliner Veranstaltung nahezu durchweg die Devise und die großen Außenseiter-Überraschungen blieben aus. Die V7+, erbrachte mit 15.629:10 dennoch eine sehr lukrative Quote. Und auch der Erfolg von Hazel Newport lief nach dem Motto „Vorne ist, wo das Ziel steht“. Die Stute konnte sich zwar kürzlich in Bahrenfeld nicht durchsetzen – doch auf der Mariendorfer Piste scheint sich die Vierbeiner-Lady des mehrfachen niederländischen Amateur-Champions Fred Handelaar einfach pudelwohl zu fühlen. Ihr Fahrer Dennis Spangenberg steuerte die Vierjährige sofort in Front und hatte die Sache damit im Griff, denn Hazel Newport bekam unterwegs keinen entscheidenden gegnerischen Druck mehr und löste sich auf der Zielgeraden nahezu spielerisch.     
Gesamtumsatz: 102.225,53 Euro – Bahnumsatz: 26.568,05 Euro – Außenumsatz: 75.657,48 Euro.
Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung – der Renntag des VDT – findet am Sonntag, dem 4. November statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Starterangabe für diesen Renntag ist am Montag, dem 29. Oktober.