Lindhardt und Nimczyk zweimal im Winner-Circle

Lindhardt und Nimczyk zweimal im Winner-Circle
Nachschau Berlin-Mariendorf, 24.06.2018

Der Däne siegt mit Kelso und National Pride, während der Goldhelm mit Hercules Petnic und Head over Heels punktet.   

Eine lohnende Stippvisite in die Hauptstadt unternahm Christian Lindhardt: Für seinen Arbeitgeber, das norddeutsche Gestüt Lasbek, fuhr der dänische Profi bei der Mariendorfer Sonntagveranstaltung einen Doppeltreffer heraus. Zunächst punktete Lindhardt mit dem Hengst National Pride – ein Pferd, das in den Derby-Vorläufen durchaus eine Rolle spielen könnte. Der kleine Bruder der Spitzenstute Elaine (103.604 Euro Gewinnsumme) lieferte eine exquisite Leistung ab. Er bezwang die ebenfalls drei Jahre alte Stute Unicorn Diamant (Kornelius Kluth), die als 20:10-Favoritin angetreten war und sich unterwegs um die Führungsarbeit verdient gemacht hatte, sehr sicher. National Pride (57:10) wurde erst auf den letzten dreihundert Metern zum entscheidenden Angriff dirigiert und ging in 16,2/1.900m mit einer halben Länge Vorsprung an der Gegnerin vorbei. Lindhardt tat dabei nicht mehr als nötig – man darf davon ausgehen, dass National Pride zukünftig noch beträchtlich zulegen wird. Gleich im Anschluss ging der Däne mit Kelso (13:10) auf die Ehrenrunde. Der Wallach eroberte eine gute halbe Runde vor dem Ziel das Kommando und gab das Heft in der Tagesbestzeit von 14,9/1.900m nicht mehr aus der Hand.

Auf die gleiche Ausbeute wie sein dänischer Kollege kam auch Michael Nimczyk.   „Ich habe eine sehr hohe Meinung von dem Wallach“, lobte der Goldhelm seinen ersten Tagessieger Hercules Petnic nach einem überaus souveränen, in 16/2/1.900m erzielten Erfolg. Der Goldhelm hatte Irmgard Keller-Müllers Traber einen idealen Rennverlauf als zweites Pferd an der Innenkante serviert. Im Einlauf zog der Vierjährige sehr leicht mit anderthalb Längen Vorsprung an dem Piloten Exclusive Fire (Victor Gentz) vorbei. Mit Head over Heels scheute Nimczyk dagegen die Todesspur nicht – und auch dies erwies sich als richtige Entscheidung. Denn als der neben ihr liegende Simba Diamant (Victor Gentz) nicht mehr auf den Beinen zu halten war, besaß Head over Heels rasch den entscheidenden Vorteil gegenüber ihren Verfolgern und setzte sich in 16,6/1.900m hochüberlegen mit sieben Längen Vorsprung ab.   

Neben dem bereits erwähnten National Pride stellte sich noch ein weiterer Dreijähriger siegreich vor. Für Ice Greenwood kommt das Derby allerdings wohl einen Tick zu früh. Denn es war unübersehbar, dass der Dunkelbraune noch recht grün ist und mitten in der Entwicklung steckt. Deswegen ließ ihn seine Fahrerin Lea Ahokas am Start auch sehr ruhig eintreten. Doch bei seinem Vormarsch Ende der Gegenseite entfaltete der für die Farben von Sebastian Lyon trabende Hengst ein beträchtliches Laufvermögen und ließ seinen Gegnern nicht den Hauch einer Chance. Seine Siegquote betrug 111:10 – eine überaus lukrative Rendite angesichts der Tatsache, dass sich Lea Ahokas im Vorab-Interview sehr optimistisch geäußert hatte. Weitaus weniger, nämlich 18:10, zahlte Flash di Quattro aus, den Thorsten Tietz zum längst überfälligen ersten Saisonsieg führte. Für den Wallach aus dem Besitz von Dirk Grusdas war das Ganze in 16,8/1.900m eine recht lockere Angelegenheit. Der Sechsjährige zog sofort nach vorne und musste auf der Zielgeraden nur kurz ermuntert werden, um sich überlegen vom Feld zu lösen.  

Am Sonntag standen außerdem zwei Läufe zum Stamer-Cup auf dem Programm – ausgeschrieben für Amateurfahrer mit maximal 35 Siegen. Der erste Lauf wurde in 17,1/1.900m zu einer leichten Beute für Marco Schindler und seinen selbst gezüchteten Vierbeinerstolz Mad World, der in dieser Saison durchweg nur tolle Leistungen kennt. Der Auftritt des 15:10-Favoriten war phänomenal, denn bis zur Gegenseite lag Mad World noch an letzter Position, um dann im Rush am gesamten Feld vorbeizufliegen. Marco Schindler zeigte sich bei der Siegerehrung sichtlich gerührt: „Ich bin absolut froh über diesen Treffer, denn mein Pferd ist mir sehr ans Herz gewachsen!“ Mindestens ebenso groß war die Freude wenig später bei Daniela Fellner, die Tiffany Diamant zu einem überaus souveränen Sieg steuerte. Die Stute hatte sich unterwegs an die vierte Stelle außen verbessert und lief auf der Zielgeraden in 16,7/1.900m grußlos an den Konkurrenten vorbei. Die bayerische Amazone verwandelte ihre erste Jahresfahrt somit auf Anhieb in einen vollen Erfolg und zugleich war es für sie der erste Mariendorfer Sieg überhaupt.

Gesamtumsatz: 96.993,19 Euro – Bahnumsatz: 34.041,00 Euro – Außenumsatz: 62.952,19 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 1. Juli statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Im sportlichen Mittelpunkt stehen der Lauf zum Super Trot Cup, die KRAFFT und UllrichEquine-Rennserien sowie der Buddenbrock-Trial. Starterangabe für diesen Renntag ist am Montag, dem 25. Juni. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@berlintrab.de.