Der Nimczyk-Zug rollt weiter

Der Nimczyk-Zug rollt weiter
Nachschau Berlin-Mariendorf, 25.02.2018

Diesmal gewinnt der Deutsche Meister vier Rennen. Rudolf Haller und Sarah Kube punkten doppelt. Die beste Tagesklasse wird von Thomas Panschow und Abano H überlegen beherrscht. 

Mariendorf, 25. Februar 2018.


Für Michael Nimczyk läuft es derzeit wie am Schnürchen. Am Sonntag schaute der 31-Jährige insgesamt viermal im Mariendorfer Winner-Circle vorbei und schraubte seine Gesamtsiegzahl auf 1.989 Zähler. Es ist also nur noch eine Frage von Tagen, bis mit dem 2.000 Erfolg ein rundes Jubiläum für den sympathischen Sportler ansteht. Seinen ersten Treffer landete der Deutsche Meister mit der Ende der Gegenseite eingesetzten Sayuri Mo, die in 15,5/1.900m grußlos an ihren gewiss nicht schlechten Gegnern vorbeizog. Die von Ulrich Mommert selber gezüchtete Stute empfiehlt sich immer mehr für höhere Aufgaben und hat von ihren bisher 22 Einsätzen zehn gewonnen. Direkt im Anschluss punktete der Goldhelm mit Fast and Furious für die Farben von Marion Jauß. Für den Hengst, der stets am Piloten Gobelin (Victor Gentz) dranblieb und auf der Zielgeraden in der Tagesbestzeit von 14,9/1.900m mit zweieinhalb Längen Vorsprung an dem Kontrahenten vorbeilief, war es ebenfalls der zehnte Sieg seiner Laufbahn. 

Seinen lupenreinen Hattrick machte Michael Nimczyk nur gute zwanzig Minuten später dann mit Here she goes perfekt, wobei die Stute der Besitzergemeinschaft Fiedler, Jung-Fringel und Mittenzwei in 15,4/1.900m allerdings davon profitierte, dass der vor ihr liegende Serafino (Rudolf Haller) Ende des Schlussbogens mit der sicheren Führung scheinbar grundlos von den Beinen kam. Ob es ansonsten gereicht hätte, ist fraglich. Sieg Nummer vier sprang dann schließlich mit Sindbad Diamant heraus. Der Wallach ging sofort nach vorne und zog sein Pensum brav durch, wurde aber auf der Schlusshalben hart von der außen herum überaus tapferen Molly Malone (Victor Gentz) bedrängt. In dem spannenden Duell konnte sich Sindbad Diamant mit einer halben Länge Vorsprung durchsetzen.   

Für den bayerischen Gast Rudolf Haller verlief die Stippvisite in Berlin ebenfalls erfolgreich – er konnte  zwei Treffer verbuchen. Für seinen hocheingeschätzten Schützling Adonis CG war der Ausflug in die Hauptstadt allerdings weit mehr als nur eine bezahlte Trainingsarbeit, denn bei seinem Start-Ziel-Erfolg musste der zuvor erst einmal geprüfte Vierjährige aus dem Besitz von Angelika Gramüller gleich stolze 16,1/1.900m auf die Derby-Piste trommeln, um die unbequeme und hartnäckig nachsetzende Bellice BR (Daniel Wagner) abzuschütteln. Gleich im Anschluss führte der Aschheimer Genever für die Farben von Günther Gruber auf die Ehrenrunde. Rudolf Haller warf den Ready-Cash-Sohn, der seine Bestmarke um volle anderthalb Sekunden auf 15,1/1.900m steigerte, erst im Schlussbogen in die Schlacht und der Fünfjährige zog noch sicher an Edana (Michael Nimczyk) vorbei.

Nicht nur Michael Nimczyk und Rudolf Haller bewiesen einmal mehr ihr vorzügliches Können an der Fahrleine, sondern auch die Deutsche Amateurmeisterin Sarah Kube demonstrierte, dass sie ihr Metier beherrscht. Die Berlinerin gewann beide den Hobbyfahrern vorbehaltenen Prüfungen. Besonders bemerkenswert war die Tatsache, dass die Amazone beide Siegpferde noch nie zuvor im Rennen gesteuert hatte und dennoch auf Anhieb perfekt mit ihnen harmonierte. Zuerst kam Extra Cash an die Reihe. Die in der Startphase manchmal etwas heikle Ready-Cash-Tochter überstand nicht nur die ersten Meter problemlos, sondern übernahm vom Fleck weg die Führung und siegte mit fünf Längen Vorsprung völlig souverän. In ihrem Windschatten hielt sich auch Flavio As (Alexander Dame) prächtig. Wenig später schlug Sarah Kube mit genau derselben offensiven Taktik mit Ring the Bell zu. Für Karin Kauczinskis Traber war es beim 22. Start der erste volle Erfolg.

Dass die Tagesbestzeit ausnahmsweise nicht in der von Thomas Panschow und Abano H eindrucksvoll beherrschten höchsten Gewinnsummenklasse aufgestellt wurde, lag daran, dass die durch mehrere Nichtstarter auf lediglich vier Pferde dezimierte Gegnerschaft vor Respekt vor dem 11:10-Topfavoriten regelrecht erstarrte. Auf den ersten Metern ließ es Panschow noch recht ruhig angehen, aber auf der Tribünengeraden steuerte der Profi den trotz seiner elf Jahre immer noch unverwüstlichen Abano-As-Sohn resolut nach vorne. Im Anschluss konnte selbst eine provozierende 22,9-Zwischenzeit keinen der Konkurrenten zum Angriff locken, sodass Thomas Panschow Andreas Engls Vierbeinercrack nach einer kurzen Beschleunigung auf der Zielgeraden in 15,2/1.900m lediglich austrudeln ließ. Für den mit drei Längen Vorsprung überlegen auftrumpfenden Abano H war dies bereits der 47. Sieg seiner ruhmreichen Karriere.     

Gesamtumsatz: 123.709,03 Euro – Bahnumsatz: 31.626,90 Euro – Außenumsatz: 92.082,13 Euro. 

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 11. März statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Starterangabe für diesen Renntag ist am Montag, dem 5. März. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@berlintrab.de.