Klasse-Duell zweier Dauerrivalen

Klasse-Duell zweier Dauerrivalen
Nachschau Gelsenkirchen, 21.Januar 2018

Alaska Joe setzt sich in einem Herzschlag-Finale gegen Lotus Star durch – Michael Nimczyk siegt auch mit Here she goes – Sytske de Vries dominiert in beiden Trabreiten – Pietro Lombardi im Viererwette-Rennen nicht zu schlagen

(GelsentrabPR) – Parallel zu dem traditionell auch hierzulande viel beachteten Renntag rund um den gerne als Trabreit-Weltmeisterschaft bezeichneten »Grand Prix de Cornulier« in Paris-Vincennes veranstaltete Gelsentrab am Sonntagnachmittag elf Rennen. Dabei musste man in Gelsenkirchen selbstverständlich sehr viel kleinere Brötchen backen als im französischen Traber-Mekka, wo der laufgewaltige Traders für seinen fantastischen Rekordlauf im Hauptereignis alleine 315.000 Euro gutgeschrieben bekam, aber auch in der Feldmark wurde interessanter Sport geboten.

Dank des Geschicks des Champions

Das gilt insbesondere für das »Ourasi-Rennen«, in dem die beste Tagesklasse auf der langen Strecke um Preisgelder in Gesamthöhe von letztlich 3.800 Euro stritt. In einem hoch dramatischen Finish maßen einmal mehr die langsam zu Dauerrivalen werdenden Alaska Joe und Lotus Star die Kräfte, diesmal mit dem besseren Ausgang für den Timberland-Sohn aus dem Trainingsquartier der Familie Nimczyk. »Goldhelm« Michael hatte Alaska Joe nach etwa 1.200 Metern in die Außenspur geschickt, sich es aber schnell anders überlegt und dazu entschieden, wieder Position innen hinter dem Frontrenner Jamil Cortina (Robbin Bot) zu beziehen. Damit hatte Lotus Star plötzlich nicht mehr die sogenannte Siegerlage außen hinter einem Führpferd inne, sondern musste in der zweiten Rennhälfte mit der Nase durch den Wind.

Trotz dieser ungünstigen Fügung steckte der Fuchswallach den Kopf in der Entscheidung entschieden nach vorne und verabschiedete sich gleich auch einige Meter von den Verfolgern, die ihre Chance aber natürlich witterten und noch einmal alle Reserven in die Waagschale legten. So rückte insbesondere Alaska Joe dem von Mitbesitzer Tim Schwarma mit allen regulären Mitteln unterstützten Lotus Star mit jedem Schritt dichter auf den Pelz, stellte ihn kurz vor dem Pfosten zum Kampf und drehte den Spieß mit dem letzten Schritt sogar noch um. Hinter den beiden Zehnjährigen entwickelte die drei Jahre jüngere Panama Diamant (Rob de Vlieger) sehenswerten Speed, kam für mehr aber eindeutig zu spät.

Champion auch mit Here she goes vorne

Deutlich weniger Arbeit als im Sulky von Alaska Joe hatte Champion Michael Nimczyk bei seinem zweiten Tageserfolg mit Here she goes. In einem Meilen-Rennen eroberte das Gespann nach rund 500 Metern das Kommando, diktierte fortan das Geschehen und behielt das Heft bis zum Schluss fest in der Hand. Für Here she goes war dies beim zweiten Saisonstart der zweite Volltreffer, der durch eine neue persönliche Bestmarke von 1:15,0 noch aufgewertet wurde.

100 Prozent für Sytske

Außer Michael Nimczyk konnte sich am Sonntag im GelsenTrabPark auch Sytske de Vries zweimal in die Siegerliste eintragen. Die Niederländerin entschied beide Trabreit-Prüfungen für sich. Nach ihrem von vielen erwarteten Volltreffer mit Juvel As im ersten sorgte die 25-jährige im letzten V5-Rennen mit Brazil Elegance für eine kleine Überraschung. Zwar hatte sich der Zehnjährige bei seinem Satteldebüt auf deutschem Boden an Weihnachten mit starkem Speed angekündigt, endete bei dieser Gelegenheit aber weit hinter der überragenden Philistine Face (Angeline Batist). Ganz anders dieses Mal: Sytske de Vries ließ die Raja Mirchi-Tochter im Schlussbogen nicht ganz so weit enteilen wie noch beim letzten Aufeinandertreffen, machte ihren vierbeinigen Partner auf der Zielgeraden erneut richtig flott und stand schon lange vor Erreichen der Ziellinie als Siegerin fest. Wie schon beim letzten Renntag 2017 endete Sattel-Spezialist Garry (Ronja Walter) klar zurück auf dem dritten Rang.

Wewering-Sieg mit Pietro Lombardi

Prominente Namen erklangen bei der Siegerehrung zum Viererwette-Rennen im Winner Circle, denn Heinz Wewerings Tochter Marie Charlott hatte das Amateurfahren mit ihrem Pietro Lombardi für sich entschieden. Als 14:10-Favorit an den Ablauf gelangt, steuerte das Duo nach wenigen Metern selbstbewusst die Spitzenposition an und gab diese bis zuletzt nicht mehr preis, obwohl Georgies Matador (Marco Schindler) sich für diesen Tag offensichtlich einiges vorgenommen hatte und auf dem letzten Teilstück mächtig Druck ausübte.

Nach vier Renntagen im ersten Monat des noch neuen Jahres ist im Gelsentrab-Terminkalender für den Februar nur eine Veranstaltung angesetzt. Am Sonntag, den 11. Februar lockt der Wettstar-Renntag mit überdurchschnittlich hohen Rennpreisen in vielen Rennen und zwei vorgesehenen »Frei für alle«, in denen es jeweils 4.000 Euro zu verdienen gibt.