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Rudi richtet es

Rudi richtet es
Nachschau Hamburg, 12.11.2017

Rudi Haller gewinnt mit Jolie Coer das Halali – O‘grady in Tagesbestzeit von 1:12,0 – Garry zurück im Winner-Circle – Sandsturm imponiert – Gelungene V6-Premiere

Am ersten November-Renntag blies der Veranstalter zum Halali. Noch einmal – ein letztes Mal – war die Jagd auf große Preisgelder für die Dreijährigen eröffnet. Die 25.000 EUR-Prüfung hatte es in sich, denn auf der kurzen Strecke traten elf Gespanne an, von denen einige sich selbst durch den Rennverlauf „erlegen“ mussten, was dann auch geschah. Zugleich war die bei trockenem Herbstwetter durchgeführte abschließende Jagd der Schlusspunkt unter die erstmals auf die Speisekarte des Wetters gesetzte V6-Wette, die mit einem Umsatz von rund 18.000 EUR und einer Quote von 64.775:10 durchaus allen schmeckte.


Rudi soll es richten

Mit der Aussage „Rudi soll es richten“ schickte Michael Nimczyk die Catchdriver Rudi Haller anvertraute Habo-Stute Jolie Coer in die letzte Dreijährigen-Jagd des Jahres, während er selbst im Sulky von Lille Alfred Platz nahm. Die Bürde des Favoriten trug der aus Schweden angereiste Norton Commander, doch der für 20:10 blinkende Gift Kronos-Sohn musste seine erste Niederlage hinnehmen, da Conrad Lugauer aus zweiter Reihe mit dem nötigen offensiven Vortrag einfach nicht die nötige Lage fand, nicht aus der dritten Spur wegkam und in Folge dessen seine Jagd bereits am 500-Meter-Pfosten abblasen musste. Zu diesem Zeitpunkt hatte der offensiv eingesetzte Massai das nach 500 Metern eroberte Kommando immer noch eisern im Griff, unterdes Lille Alfred hinter ihm lauerte, während Jolie Coer scheinbar aussichtslos recht weit zurück innen eingemauert war.
Auf dem Weg zum Einlauf attackierten sowohl Lille Alfred als auch Pepper K.L. in äußeren Spuren, und als dann auch noch Hedy Beuckenswyk die innere Spur zwecks Angriff verließ, war der Weg für Jolie Coer auf einmal scheunentorweit offen. Rudi Haller, der später bescheiden von „Glück“ sprach, hatte nervenstark gewartet, Reserven geschont und setzte diese dann in unnachahmlicher Weise ein, indem er der großrahmigen Stute mächtig Beine machte. Über die Open Stretch entfachte die Sam Bourbon-Tochter einen Speedwirbel und lief an allen vorbei. Massai hielt Lille Alfred für den Ehrenplatz, während Hedy Beuckenswyk Vierte wurde.
Jolie Coer verbesserte sich auf 1.13,8 und blieb auch beim fünften Lebensstart ungeschlagen. Mit Züchter Franz Klein fuhr Haller zur Siegerehrung vor und dankte dem Team Nimczyk, welches ihm das Pferd siegfertig hingestellt habe. „Der Erfolg kommt ja nicht von ungefähr. Die Pferde sehen fantastisch aus und sind bestens trainiert“, resumierte Rudi Haller.


64.775:10 in der V6

Gleichzeitig setzte Haller damit den Schlusspunkt unter die erstmals angebotene V6-Wette. Kein Sieger war unmöglich, ja, es dürften sogar einige Bänke gewonnen haben.
Zum Auftakt demonstrierte ein glattgehender Hector Boko zur Quote von 15:10 seine Klasse und gewann mit Michael Nimczyk überlegen. Anschließend war Merlin mit Katie Beer das angesagt Pferd, das für 18:10 den stets führenden Fire Lane aber erst auf der Linie stellen konnte. In einer etwas unübersichtlichen Prüfung legte danach Earl of Magic mit Wladimir Gening für 79:10 die Maidenschaft ab. Auch die Rückkehr von Litana und Christian Lindhardt zur Quote von 33:10 in den Winner-Circle war sicher keine unüberwindbare Hürde. Und wer dann etwas Mumm hatte, der brachte gegen eine vermeintliche Bank namens Vaduz Wise As auch 119:10 Chance Sandsturm mit Michael Larsen auf seinem Wettschein unter. Hinter dem Tempo bolzenden Favoriten blieb Sandsturm immer in etwa dran und drehte das Blatt aus dem Schlussbogen heraus, womit der Igor Font-Sohn nun nach dem Tal wieder an die Höhen seiner Frühjahressiege erinnerte.


Garry wieder da

Deutschlands Trabreitstar Garry hatte sich zwar schon am letzten Renntag mit einem Ehrenplatz zurückgemeldet, doch diesmal gelang ihm unter Championesse Ronja Walter ein standesgemäßer Erfolg. Der trotz seiner Zulage früh im Vordertreffen aufgetauchte Garry ließ sich auch von einer Tiefenmassage durch Tour de France nicht aus dem Konzept bringen und löste sich am Ende zu einem leichten Sieg in 1:16,4.

Noch flotter konnte es am Ende der Veranstaltung O’grady. Christian Lindhardt fuhr bei seinem zweiten Tageserfolg wie angekündigt „volle Kanne“ von Start weg. Dabei kam nicht nur ein überlegener Sieg heraus, sondern mit 1:12,0 auch eine fantastische Tagesbestzeit. Anschließend bilanzierte der Veranstalter mehr als 120.000 EUR Wettumsatz in den acht Rennen, was der Zufriedenheit Lindhardts Konkurrenz gemacht haben dürfte.
 
cb