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»Goldhelm« glänzt

»Goldhelm« glänzt
Nachschau Gelsenkirchen, 31.10.2017

Michael Nimczyk mit fünf Siegen – Nelly Pepper holt sich den zweiten Trial zum »St.Leger« – Zwei starke Schweden lassen Stall Habo hoffen – Lotus Star zu lohnenden Odds – Julia Knoch gewinnt die »Westdeutsche Amateur-Meisterschaft« mit Harley As


Michael Nimczyk ist der Titel des Champions der Berufsfahrer in Deutschland längst nicht mehr zu nehmen. Aktuell führt der Titelverteidiger die Jahreswertung mit beinahe 100 Punkten Vorsprung vor Dennis Spangenberg und Victor Gentz an, doch sein Hunger nach Erfolgen bleibt ungestillt. Am Reformationstag landete Nimczyk in Gelsenkirchen bei sieben Starts gleich fünf Volltreffer und endete zweimal auf dem Ehrenplatz.

Nelly Peppers bislang größter Erfolg


Der wichtigste Sieg gelang dem »Goldhelm« dabei im zweiten Trial zum »St.Leger« mit Nelly Pepper, die nach zwölf vergeblichen Anläufen im Oktober nun für die neuen Farben des Stalles Fortune gleich drei Mal in Folge punktete und für ihr bisheriges Meisterstück bei Gelsentrab immerhin 4.000 Euro gutgeschrieben bekommt.


»Catchdriver« Michael Nimczyk hatte die von Trainer Uwe Stamer bestens vorbereitete Stute rund 900 Meter vor dem Ziel an die Seite des früheren Trainingsgefährten Nordmann (Rob de Vlieger) beordert, brachte diesen im Schlussbogen mit einer weiteren Tempoverschärfung an seine Grenzen und erarbeitete sich zu Beginn des Zieleinlaufs schnell einen klaren Vorteil, den Sie auch gegen die im Speed eingesetzten Hazel Newport (Robbin Bot) und Makalo (Erwin Bot) nicht mehr hergab. Damit brachte sich die Fast Photo-Tochter am Ende einer langen Saison noch für die Jahrgangsprüfungen 2018 ins Gepräch, wenngleich sie mit der Siegerzeit von 1:17,0 / 2.600 Meter dann nicht auskommen wird.

 
Starkes Schweden-Duo und zwei »Elfmeter«

Zwei weitere veranlagte Vertreter der Generation 2014 stellte Michael Nimczyk im Rahmen des »St.Leger«-Trials in der Feldmark vor. Jeweils für den Stall Habo beeindruckte der »Goldhelm« zunächst mit dem Schweden-Import Hector Boko, der eine im Schlussbogen beinahe verloren geglaubte Partie gegen die enteilte Miss Mara (Erwin Bot) mit eindrucksvollem Schlusssprint noch in einen überlegenen Sieg umwandelte, und später mit Jolie Coer. Die gleichfalls in Skandinavien gezogene Sam Bourbon-Tochter agierte von der Spitze aus zwar nicht ganz so überzeugend wie ihr Landsmann, hatte am Ende aber keine große Mühe, die Weste auch beim vierten Karriere-Start weiß zu halten.


Als guter »Elfmeterschütze« präsentierte sich Fußballfan Nimczyk außerdem im Sulky von Skyfall, der seinen sechsten Erfolg in Serie erwartungsgemäß mit deutlichem Vorsprung einfuhr, und Sansibar Diamant, die das riesige Vertrauen ihrer Anhänger rechtfertigte. Als 10:10-Favoritin setzte sich die wie Hector Boko und Jolie Coer von Michaels Vater Wolfgang Nimczyk trainierte Vierjährige sicher gegen den Altersgefährten Amigo Cortina (Robbin Bot) durch. Mit der durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:14,0 / 1.609 Meter holte sich die jetzt als aktuelle Seriensiegerin zu bezeichnende Stute dabei eine neue persönliche Bestmarke.


139:10 für Lotus Star


Noch schneller war an diesem Nachmittag im GelsenTrabPark nur Lotus Star, mit dem Tim Schwarma überraschend die interessant besetzte »wettstar-Oktober-Meile« für sich entschied und Michael Nimczyk mit dem 16:10-Favoriten Nileo auf den zweiten Rang verwies. Am Pfosten blieben die Uhren für den keinesfalls als Spezialist für die Kurzstrecke bekannten Fuchswallach bei 1:13,0 / 1.609 Meter stehen. Wer den zweiten Jahreserfolg des sympathischen Raufers vorhergesehen hatte, durfte sich über eine mehr als lukrative Quote von 139:10 freuen.


»Amateur-Meisterin« Julia Knoch


Weniger Glück hatten die Freunde von Außenseitern im Finale der »Westdeutschen Amateur-Meisterschaft« (4.000 Euro / 2.025 Meter), in dem Co-Favorit Harley As in der Hand von Julia Knoch keinen falschen Schritt machte und letztlich leicht vor dem Außenseiter Mink de Ville (Jörg Hafer) und Irrwisch (Nicole Hildebrandt) gewann. Der als einziger Teilnehmer 25 Meter vor u.a. Harley As aus dem ersten Band auf die Reise gegangene Celebrity Jaguar (Peter Wisker) wurde für einen mutigen Ausreißversuch hier nicht belohnt und musste als Liebling der Wetter (25:10) mit Rang vier vorlieb nehmen.

 
Nach vier Renntagen im Oktober legt Gelsentrab im November eine Pause ein. Weiter geht es auf dem Rechtskurs am Nienhausen Busch erst am 3. Dezember. Im Mittelpunkt des sportlichen Programms steht dann ein mit 8.000 Euro dotiertes »Frei für alle« der sogenannten »Champions-Serie«. Insgesamt wird in Gelsenkirchen in diesem Jahr noch dreimal getrabt. Das Saisonfinale ist für den zweiten Weihnachtstag geplant.