04:11:20

»Mister« rückt die Verhältnisse gerade

»Mister« rückt die Verhältnisse gerade
Nachschau Gelsenkirchen, 29.10.2017

»Breeders Crown«-Sieger Mister F Daag dominiert den »Winterfavoriten« gegen Northern Charm – Dessen Stallgefährtin Nagama punktet in einem fragwürdigen Stutenlauf – Noble Dolly empfiehlt sich in der »ELE-Trophy« für höhere Aufgaben

(GelsentrabPR) – Nur zwei Tage vor dem Monatsabschluss am Reformationstag standen am Sonntagnachmittag bei Gelsentrab die zweijährigen Nachwuchskräfte im Mittelpunkt des Interesses. Letztlich zwölf Vertreter der Generation 2015 trafen sich im traditionsreichen »Preis des Winterfavoriten« und kämpften in den nach Geschlechtern getrennten Läufen um jeweils 20.000 Euro und natürlich die Top-Stellung innerhalb des Jahrgangs.


»Breeders Crown«-Sieger übt Revanche

Die deutlich bessere Figur machten an diesem Tag die »Jungs«, bei denen man auf eine spannende Revanche-Partie zwischen dem »Breeders Crown«-Sieger Mister F Daag und dem vor drei Wochen in Hamburg ganz zum Schluss überraschend an ihm vorbeigesprinteten Lasbeker Northern Charm (Christian Lindhardt) gehofft hatte. Der Rennverlauf förderte am Ende jedoch ein eindeutiges Ergebnis.

Während Robin Bakker mit dem »Mister« aus dem Trainingsquartier von Paul Hagoort die Spitzenposition praktisch geschenkt bekam, als der prächtig eingetretene Kjeld von Haithabu (Jochen Holzschuh) vor dem ersten Bogen von den Beinen kam und auf den zweiten 500 Metern das Tempo ganz heraus nehmen konnte, wurde Northern Charm an der Innenkante bis nach hinten durchgereicht. Von dort entwickelte der von Günter Herz selbst gezogene Muscle Hill-Sohn auf der Zielgeraden zwar ähnlich starken Speed wie an der Alster, reichte an den 1:17,4 / 2.000 Meter trabenden Piloten jedoch nicht mehr heran. Eine halbe Länge hinter dem Zweitplatzierten holte sich der für holländische Interessen laufende Italiener Zarch Wise As (Roland Hülskath) das dritte Geld vor Innovation Love (Danny Brouwer), der nach einem mutigen Vorstoß auf der Überseite bei seinem Trainingsgefährten Mister F Daag auf Granit biss, sich jedoch bis zum Pfosten wacker schlug.


Nagama kommt am Sieg nicht vorbei

Nur drei Pferde konnten nach dem »Stuten-Preis des Winterfavoriten« mit Prämien in den Stall zurückkehren. Nach der Streichung von Georgies Noble hatten sich hier ohnehin nur noch fünf Teilnehmer hinter dem Startwagen versammelt, von denen Indigo Fashion (Jaap van Rijn) und die gleich mehrfach aus dem Takt geratene Co-Favoritin Isabella Boshoeve (Dion Tesselaar) disqualifiziert wurden.

Am Sieg praktisch gar nicht vorbei kam so die Brioni-Tochter Nagama, zumal auch Iris Flevo (Jeffrey Mieras) durch eine Galoppade gleich zu Beginn erheblich gehandicapt war. Dementsprechend musste Christian Lindhardt der im Schlussbogen beinahe auf und davon gelaufenen Lasbekerin auf den letzten 200 Metern nichts abverlangen und dirigierte sie zu ihrem ersten Volltreffer. Bei sehr langsamem Tempo von 1:20,2 / 2.000 Meter reichte es für Iris Flevo nach dem Patzer am Start zum Ehrenplatz meilenweit vor der lange führenden Don’t forget me (Robbin Bot).


Stutenpower in der »ELE-Trophy«

Sehr viel mehr Wettkampf bekamen die Gelsenkirchener Traberfreunde am Sonntag in der »ELE-Trophy« zu sehen. Eine Gesamtdotation von 10.000 Euro hatte gleich eine ganze Reihe aktueller Formpferde der Klasse bis 64.000 Euro Gewinnsumme für die Mittelstrecken-Prüfung begeistert. Die Nase vorne hatte im Ziel ausgerechnet die einzige Stute im Feld. Die veranlagte Noble Dolly ließ keinerlei Zweifel an Ihrer Klasse aufkommen und gewann in der Hand von Trainer Cees Kamminga sogar leicht mit zweieinhalb Längen, obwohl sie schon nach rund 900 Metern in der Außenspur auf sich gestellt war.

Hinter der im September auch in Frankreich schon positiv in Erscheinung getretenen Vierjährigen streckte sich Everton (Rick Ebbinge) erfolgreich für das zweite Geld vor den Kopf an Kopf über die Linie stürmenden Dean Bros (Dion Tesselaar), Tequila F. (Stefan Schoonhoven) und Juan (Christian Lindhardt).

Wie eingangs bereits erwähnt, findet die nächste Rennveranstaltung am Nienhausen Busch bereits morgen (Dienstag) ab 13.00 Uhr statt. Neben dem zweiten Trial zum »St.Leger« (8.000 Euro / 2.600 Meter) lockt dann das mit immerhin 4.000 Euro dotierte Finale der »Westdeutschen Amateur-Meisterschaft«, für dass sich die Teilnehmer am Sonntag in fünf Vorläufen qualifiziert haben