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Das Mariendorfer Criterium geht an Heinz Wewering

Das Mariendorfer Criterium geht an Heinz Wewering
Nachschau Berlin-Mariendorf, 22.10.2017

Der 29-malige Deutsche Meister triumphiert mit dem Wallach Kelso des Gestüts Lasbek. Victor Gentz und Dennis Spangenberg feiern Doppelerfolge.  

Mariendorf, 22. Oktober 2017.

Es ist eine perfekt funktionierende sportliche Ehe: In dem mit 10.000 Euro Preisgeld dotierten Mariendorfer Criterium feierte Heinz Wewering erneut einen großartigen Erfolg mit einem Pferd, das von Christian Lindhardt trainiert wird und dem Gestüt Lasbek gehört. Diesmal war es der ausnahmsweise nicht in Schleswig-Holstein, sondern in Schweden gezüchtete Kelso, der für viel Freude bei der Familie seines Besitzers Günter Herz sorgte. Der fünfjährige Wallach zog nach einem kurzen Abtasten mit seinen Gegnern nach etwa 500 Metern in Front und das war es auch schon: Der Traber gestaltete seinen ersten Auftritt in der Hand des 29-maligen Deutschen Meisters in der Tagesbestzeit von 14,2/1.900m zu einem überlegenen Drei-Längen-Sieg und ließ auch dem auf der Schlusshalben tapfer attackierenden Khalid (Thomas Panschow) nicht die geringste Chance. Heinz Wewering: „Kelso ist wirklich ein tolles Pferd. Er hat alles ganz von alleine gemacht und ich brauchte ihn überhaupt nicht zu fordern.“       

Beim Fight um den Herbst-Pokal des VDT und 4.000 Euro Preisgeld gab es ebenfalls einen eindeutigen Sieger: Iron Steel war einmal mehr eine Klasse für sich und sein Fahrer und Trainer Victor Gentz hatte allen Grund, auf seinen in 15,4/2.020m auftrumpfenden Crack stolz zu sein. Der 29-jährige Profi servierte seinem Schützling allerdings auch einen absoluten Traumverlauf. Trotz zwanzig Meter Zulage hatte sich Iron Steel rasch an die vierte Position außen vorgearbeitet und damit war die Basis für den Erfolg bereits gelegt. Im Einlauf zog der Wallach souverän an die Spitze und gewann mit anderthalb Längen Vorsprung überaus leicht. Da dies so gut funktionierte, legte Victor Gentz direkt im Anschluss mit M.T.Kylie nach. Die Stute trumpfte in 15,8/1.900m ebenfalls nach einem Verlauf als viertes Pferd außen auf.       

Einen gelungenen Deutschland-Einstand gab es für Familie Gramüllers Neuanschaffung Aksel H S. Der von Dennis Spangenberg gesteuerte dänische Wallach übernahm rasch die Spitze und führte unterwegs teilweise mit deutlichem Vorsprung. Auf der Zielgeraden schienen die Gegner für einen Moment zwar brandgefährlich zu werden, doch Aksel H S legte nach kurzer Aufforderung problemlos zu. Nur gute zwanzig Minuten später fuhr Dennis Spangenberg mit genau derselben offensiven Taktik seinen zweiten Tagestreffer mit Navy Blue heraus und schraubte seine Jahresausbeute auf 53 Zähler – der Silberhelm liegt also in Griffweite. Navy Blue, die ursprünglich für  das Stuten-Derby vorgesehen war, sich dann aber leider verletzte, wies den in zweiter Spur überaus hartnäckigen Kilbeggan (Wladimir Gening) knapp ab. Dennis Spangenberg: „Navy Blue ist nach ihrer Pause zwar erst bei 85 Prozent. Die Stute ist ein außergewöhnlich gutes Pferd!“   

Die von Robbin Bot trainierte und gefahrene Glorious Boko steigerte ihren persönlichen Rekord mit einem feinen Sieg in 16,3/1.900m um zwei Zehntelsekunden. Die Stute marschierte vor den Tribünen in der Angriffsspur auf, wurde dann aber wieder an die Innenkante zurückgenommen und spielte ihre Stärken erst im Einlauf aus. Robbin Bot: „Eigentlich wollte ich die Führung übernehmen – aber dann entwickelte sich der Verlauf anders und es hat ja auch so gut geklappt.“ Noch viel deutlicher als der völlig ungefährdete Erfolg von Glorious Boko fiel der Treffer von Uldimeo und Benjamin Hagen aus. Trotz zwanzig Meter Zulage und einen durch zwei kurze Rumpler bedingten Bodenverlust siegte der Traber für die Farben seines Besitzers Michael Diehl drückend überlegen mit sechs Längen Vorsprung. Benjamin Hagen hatte ihn völlig ohne Hast wieder an das Teilnehmerfeld herangeführt und ihm erst mit Erreichen der Zielgeraden das entscheidende Zeichen gegeben.     

Zweimal waren die Amateurfahrer bei der Sonntagveranstaltung gefordert: Für den von Franz Klein präsentierten Sammy war nach zehn Jahresstarts endlich der längst verdiente erste Saisonerfolg fällig. Der Wallach schoss sofort an die Spitze und hielt in einem packenden Finish den außen herum tapferen Theodor Fontane (Chantal Solhart) hauchdünn in Schach. Franz Klein: „Der Mariendorfer Rechtkurs kommt Sammy sehr entgegen. Er geht hier viel besser als links herum.“ Wie zuhause fühlte sich ebenfalls auch der vor wenigen Wochen in den Besitz von Mario Krismann gewechselte Kashmir, der sein Rennen von der Position eins aus Start bis Ziel gewann. Auf den letzten Metern musste sich Mario Krismann zwar mächtig rühren, um die gefährliche Schlussattacke von Fairy Ass (Sebastian Gläser) abzuwehren – aber es reichte knapp und der in der Gemeinde Aumühle östlich von Hamburg lebende Amateurfahrer war begeistert: „Kashmir entwickelt sich unter den Fittichen seines neuen Trainers Fred König, der sich viel Mühe mit ihm gibt, einfach prächtig!.“         

Gesamtumsatz: 110.138,99 Euro – Bahnumsatz: 36.158,20 Euro – Außenumsatz: 73.980,79 Euro. 

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 29. Oktober statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Starterangabe für diesen Renntag ist am Montag, dem 23. Oktober. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@berlintrab.de.