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Nahezu alles Nimczyk

Nahezu alles Nimczyk
Nachschau Hamburg-Bahrenfeld, 19.10.2017

Michael Nimczyk gewinnt vier seiner sechs Starts - Birger Jörgensen überrascht mit Baron Westwood – Super Queen C super

Der erste Tag nach dem großartigen Grand Prix-Tag bot natürlich »nur« Alltagssport an einem Donnerstagabend, doch wenn das die Normalkost ist, die an diesem Oktoberabend geboten wurde, dann darf man nicht unzufrieden sein und kann frohen Mutes in die Zukunft schauen. Die äußeren Bedingungen waren entsprechend gut, auch wenn gegen Ende Nebel aufkam. Wie immer gut aufgelegt war Michael Nimczyk, denn der Champion zeigte sich nach seinem Urlaub auf Gran Canaria gleich siegeshungrig und ließ der Konkurrenz kaum etwas übrig. Vier seiner sechs Auftritte gestaltete er siegreich und gewann damit die Hälfte des Programms.


Nur der Champion
Michael Nimczyk fuhr gleich im ersten Rennen spazieren. Joli Coer ging sofort nach vorn, womit die Partie bereits entschieden war. Die Stute avancierte zur Seriensiegerin, ohne ihre Karten aufdecken zu müssen.

Etwas mehr musste da schon Samuray Diamant tun, um die Maidenschaft abzulegen. Der auf der ersten Überseite nach vorn beorderte Gustav Diamant-Sohn legte aber willig zu, um die aus seinem Windschatten angreifende Katy Perry abzuwehren. Dahinter bot Chao Phraya einen Ansatz. 

Lille Alfred war dann Treffer Nummer drei für den »Goldhelm«. Der schwer zu regulierende Cannon Flame hatte vorn für eine »Kanonenfahrt« gesorgt und wurde im letzten Bogen bereits vom »kleinen Alfred« groß ins Visier genommen, der locker den ersten Treffer seiner Karriere einfuhr.

Einen weiteren Sieg feierte dann in Tagesbestzeit und persönlicher Rekordzeit von 1:13,7 Bright Light BR. Die Stute profitierte von einem Startduell, das teilweise in vier Spuren im ersten Bogen tobte, und war dann zur Stelle, als sich die Gemüter beruhigt hatten.

Gleich Entschädigung
Nicht ganz glücklich war Super Queen C auf höherer Ebene am Grand Prix-Tag. Dieses Mal nahm Trainer Hans-Jörg Gröber die Fahrleine wieder selbst in die Hand, fuhr nach vorn und behielt das Rennen, weil die großrahmige Stute großen Kampfgeist an den Tag legte. Die aus ihrem Rücken angreifende Wildcat Hanseatic war bereits vorbei, doch Super Queen C schlug zurück.

Und auch Escada konnte eine aktuelle Dis.-Form umgehend korrigieren. Heiner Christiansenversuchte es erfolgreich von der Spitze aus, doch ob es gereicht hätte gegen einen trabenden Hector Boko darf zumindest in Zweifel gezogen werden. Die Nimczyk-Neuerscheinung hatte den Kopf nach einer Runde schon in Front, hob dann ab, kam – mit der Gnade der Stewards – noch einmal zurück und belegte hinter der 108:10-Siegerin Rang drei.

Klingeln tat es nach dem Sieg von Baron Westwood mit Birger Jörgensen, der an der Spitze immer ausreichend Reserven hatte und zulegte. Sternschnuppe Poet und Pepper K.L. stritten um Rang zwei, die Dreierwette vom  54:10-Sieger zahlte satte 15.736:10. Favorit Libero hatte sich ausgangs der vorletzten Kurve aus dem Rennen gedribbelt und war überdies mit einem Reifenschaden unterwegs.

Vom Land in die Stadt
Er ist nicht der erste Traber, der auf der ländlichen Tour richtig Mumm getankt hat. Irrwisch war über Gras im Sommer schier unschlagbar und bildete mit Katie Beer ein »Dream Team«. Nach dem Ende der Saison auf dem Lande war Irrwisch erstmals wieder in Hamburg tätig und bekam die abschließende Prüfung auch noch in die Schuhe gelaufen. Philistine Face, O’Sunday und Key Largo waren für hohes Tempo im ersten Abschnitt zuständig und mussten dann mit ansehen, wie Irrwisch auf der letzten Halben unwiderstehlich aufzog und den achten Jahreserfolg erzielte. - (cb)