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Jos Verbeeck verwandelt zweimal souverän

Jos Verbeeck verwandelt zweimal souverän
Nachschau Gelsnekirchen, 15.10.2017


Der Belgier gewinnt den »Grand Prix de Gelsenkirchen« mit Bird Parker – Titelverteidiger Swedishman endet als Zweiter – Im »Winterfavoriten-Trial« behauptet sich Verbeeck mit Lover Boy – Zwei Erfolge auch für Stefan Schoonhoven – Amiral de Retz beeindruckt mit starkem Finish

(GelsentrabPR) – Mit dem »Grand Prix de Gelsenkirchen« stand am Sonntag das höchstdotierte Rennen des Jahres bei Gelsentrab auf dem Programm. 50.000 Euro standen über der Prüfung für  französische Pferde, die als vierte Etappe der »Tour Européen du Trotteur Francais« eine weitere Aufwertung erfuhr.

 
»Ein Pferd mit zwei Motoren«
»Bird Parker en patron« titelte Frankreichs Fachzeitung Paris Turf nach der Prüfung und traf damit einmal mehr den Nagel auf den Kopf, denn der als 12:10-Favorit auf die Reise gegangene Schützling von Star-Trainer Philippe Allaire war ganz eindeutig der Chef unter den nur acht Teilnehmern und blieb am Ende auch bei seinem fünften gemeinsamen Engagement mit Jos Verbeeck ungeschlagen. Entsprechend voll des Lobes war der belgische Weltklassefahrer bei der Siegerehrung für seinen vierbeinigen Partner, den er wegen seiner Auseinandersetzungen mit den französischen Finanzbehörden und dem erfolgten Lizenzentzug in seiner Heimat nicht mehr fahren darf. »Ein Pferd mit zwei Motoren, das nicht über die ganz große Schnelligkeit verfügt, aber immer weiter läuft«, fasste Verbeeck die Stärken von Bird Parker zusammen.

Um die Fähigkeiten des Nachkommen von Traber-Heros Ready Cash wissend, zog »le diable belge« nach rund 800 Metern an Boeing du Bocage (Loic Guinoiseau) vorbei an die Spitze, durfte dort fortan mehr oder weniger nach Belieben agieren und hatte so in der Entscheidung keine große Mühe den nach einer Runde in seinen Windschatten vorgestoßenen Titelverteidiger Swedishman (Thierry Duvaldestin) in 1:14,6 / 2.600 Meter auf Distanz zu halten. Klar hinter dem Elfjährigen, der in Frankreich aufgrund seines Alters nicht mehr startberechtigt ist, holte sich der Robbin Bot anvertraute Bon Copain mit feinem Schlusseinsatz das dritte Geld und nutzte damit die Chance, die Stallgefährte Uppercut de Manche (Francois Lecanu) mit seiner Galoppade vor dem ersten Bogen eröffnet hatte.


Nach der Partie im GelsenTrabPark biegt die »Europa-Tour der französischen Traber« am 27. Oktober in die Schlussetappe nach Mons in Belgien ein. Dort geht es dann um die stolze Gesamtsumme von 100.000 Euro und natürlich um die Gesamtwertung für Pferde, Fahrer und Trainer. Sollte Bird Parker in der Wallonie antreten, wäre das nun von Swedishman übernommene »Gelbe Trikot« in großer Gefahr. Bei den Fahrern liegt Jos Verbeeck schon vor dem Showdown in seiner Heimat vor Thierry Duvaldestin. Die Trainerwertung führt Thierry Raffegeau mit einem Zähler Vorsprung vor Thierry Duvaldestin an. Philippe Allaire liegt recht deutlich zurück auf Rang drei.


Verbeeck auch bei den Zweijährigen top

Der Weg zu solchen Erfolgen ist für Lover Boy noch sehr weit und führt möglicherweise nicht ans Ziel, aber der zweijährige Trainingspartner von Bird Parker ist schon einmal mit zwei Siegen in die Karriere gestartet. Nach seinem Debüterfolg in Belgien holte sich der Conway Hall-Sohn am Sonntag den zweiten Trial zum »Preis des Winterfavoriten«, der den Mittelpunkt der nächsten Veranstaltung in Gelsenkirchen am 29. Oktober bildet.

Jos Verbeeck übernahm mit dem Braunen, der in Sachen Athletik sicher noch Potenzial nach oben hat, sofort das Kommando, behauptete dieses zunächst gegen eine eher halbherzige Attacke von Kjeld Haithabu (Jochen Holzschuh) und legte nach einem verbummelten zweiten Viertel gegen den »Breeders Crown«-Dritten bis zur Linie immer wieder sicher zu. Einige Längen zurück konnte Zarch Wise As (Roland Hülskath) nach einem Fehler in der Startphase nur noch den dritten Platz sichern.

 
Schoonhoven punktet doppelt
Neben Jos Verbeeck durfte auch Stefan Schoonhoven bei Gelsentrab zweimal zur Siegerehrung vorfahren. Der Niederländer setzte sich im Viererwette-Rennen mit Tequila F. überraschend gegen Major Brown (Ruud Pools) durch. Zuvor hatte er den dreijährigen Hour of Power in der Anfängerklasse zum ersten Volltreffer der noch jungen Karriere geführt.

»Amiral« mit viel Speed

Ebenfalls ein Fahrer aus Holland triumphierte im »Prix Moet & Chandon«, der mit 8.400 Euro die am zweithöchsten dotierte Prüfung des Zehn-Rennen-Programms war und wie das Hauptereignis Trabern mit französischer Abstammung vorbehalten war. Rick Ebbinge entlockte Lars Erik Glads Amiral de Retz in der Steher-Prüfung (2.600 Meter) sehenswerten Speed und bekam den von seinem Landsmann Robin Bakker pilotierten As Magic letztlich noch sicher in den Griff. Hinter den beiden niederländischen Top-Fahrern sicherte sich Jos Verbeeck mit Bella Lauma das dritte Geld.